Momentaufnahmen: Stars gänzlich unretuschiert
Das Atelier Jungwirth zeigt bis Anfang Mai in Graz die Polaroids des Schweizer Modefotografen Bruno Bisang.

Foto © Bruno Bisang/Atelier JungwirthSofortbild von Monica Bellucci vor der Kamera
Die Farbskala ist verschoben, die Motive leicht unscharf. Und dennoch sind Polaroidfotos so beliebt wie nie - gerade im digitalen Foto-Zeitalter, wo Anwendungen wie "Instagram" den gewünschten Retro-Effekt schneller fabrizieren, als man ein Polaroid trocken wacheln kann.
30 Years of Polaroids
In der Welt der Hochglanz- und Modefotografie galten die Sofortbilder vor der digitalen Ära allerdings als Wegwerfprodukt: "Das Polaroid war die einzige Kontrollmöglichkeit am Set. Nur auf ihnen konnte man sehen, ob das Licht stimmt, die Pose, Styling, Haare, Make-up", erklärte Bruno Bisang im Interview mit dem "Spiegel". Seine Testbilder hütete der Schweizer Starfotograf wie einen Schatz, der im Vorjahr mit dem Fotoband "30 Years of Polaroids" (teNeues) für die Öffentlichkeit gehoben wurde. Und der in Graz ab sofort in einer Fotoausstellung zu sehen ist.
Scheinbar wirken gerade durch die kleinen Foto-Fehler die perfekt inszenierten, aber unretuschierten Frauen wie Naomi Campbell, Carla Bruni, Iman Bowie, Victoria Beckham und Monica Bellucci noch schöner. Aber wie bekommt man diesen Ausdruck? Bisang: "Ich habe Models nie als Kleiderständer betrachtet, sondern immer als meine Partner. Zusammenzuarbeiten, um ein tolles Bild zu kriegen - das war das Ziel." Absolut gelungen.










