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Zuletzt aktualisiert: 12.12.2011 um 13:05 UhrKommentare

Kleine Prima-Ballerinas kicken beim LUV Graz

Von wegen Männersport! Die jüngste Mädchenmannschaft von Graz beim LUV lehrt die kickenden Buben das Fürchten.

Die U9-Mädchen des LUV Graz

Foto © Jürgen FuchsDie U9-Mädchen des LUV Graz

Schüsse trommeln an die Bande, verbissene Zweikämpfe werden geführt, um jeden Quadratmeter wird gekämpft. Während im Eingangsbereich die Mütter warten, dirigiert Coach Jochen Spreizer seine Mädels durch die Halle. In den Tumult hinein stellt er - nicht ohne Stolz - fest: "Hier raunzt keine, und weint eine, dann nur, weil's wirklich wehtut. Das ist der größte Unterschied zu den Buben. Die Mädels sind einfach ehrgeiziger."

Obwohl hier wenig an ein Mädchenpensionat erinnert, kommt der Spaß bei den jungen Damen der U9 des LUV Graz nicht zu kurz. Da wird gegaberlt, getrickst und aufgegeigt wie bei den Großen. Wie bei den Burschen sowieso.

Trainiert wird hart, im Winter einmal pro Woche, im Sommer zweimal, dazu die Matches. Messen können sich die Mädels zwar nur an Bubenmannschaften, "aber die haben wir das Fürchten schon mehrmals gelehrt", grinst Spreizer. Die Erfolge der Mädchen-Truppe sind jetzt schon Legende: Im Frühling gewannen sie ein Turnier in Vasoldsberg, im Herbst siegten sie mit einem Torverhältnis von 15:1 gegen die Jungs aus Werndorf, Seiersberg und Wundschuh.

Traumberuf: Fußballerin

Doch was treibt ein Mädchen eigentlich aufs Feld? Denise Niederl, neunjährige Mittelstürmerin, die heuer vom ASKÖ Murfeld zu LUV wechselte: "Ich spiele, seit ich vier Jahre alt bin, bei einem Verein. Ich will einmal Fußballerin werden. Das war immer schon mein Traum." Janine, die achtjährige Torfrau und Tochter des Trainers, hält sich allerdings noch ein paar Träume mehr offen. "Mir taugt auch Schwimmen, Klettern und Rechnen", erzählt sie freudestrahlend.

Ihr Papa ist im Zivilberuf übrigens Busfahrer der Holding Graz, frischgebackener B-Lizenz-Trainer und seit 2002 beim LUV. Und er hat eine Vision. "Ich will die Mädchen bis hinauf in die Kampfmannschaft begleiten. Das wäre ein Traum." Schon allein deshalb, weil er sich mit einer eingespielten Damenmannschaft viel mehr ausrechnet als mit einer Herrentruppe.

Spreizer argumentiert das so: "Mädchen sind viel ehrgeiziger als Burschen. Bis sie zwölf, 13 Jahre alt sind, sind sie ihnen deshalb durchaus auch am Feld überlegen." Danach ändert sich das, die physische Stärke der Buben setzt sich in direkten Duellen durch. Spreizer ist überzeugt: "Die Zukunft ist für unser Land der Frauenfußball. Da ist die Chance auch größer, dass Österreich wieder einmal bei einem internationalen Großturnier mitspielt." Nachsatz: "Auch wenn wir das Turnier nicht selbst veranstalten."

Damen-Stars

Immerhin gibt der Erfolg dem LUV recht: Der Verein stellt derzeit mit Mariella Rappold nicht nur eine Nationalteamkickerin, mit Sarah Puntigam, Victoria Schnaderbeck und Carina Wenninger spielen auch zwei ehemalige Grazerinnen im Starensemble des FC Bayern München.

Und die achtjährige Janine weiß auch, warum die Damen viel erfolgreicher sind: "Mädchen schießen halt einfach härter."

ROBERT PREIS

Fakten

Der LUV Graz bietet neben der U9 für Mädchen auch Jugendmannschaften für Burschen an (U8, U9, U10, U11, U12 sowie die Leistungsklassen U13, U15, U17). Die Damen haben außerdem ein U19-Team und zwei Kampfmannschaften, die Herren ebenfalls zwei Kampfmannschaften.

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