Was von den Plänen übrig blieb
Trotz städtischer Intervention: Der prämierte Entwurf und der tatsächliche Bau des Augarten-Komplexes ähneln einander nur wenig. Beim Projekt Andreas-Hofer-Platz drängt die Zeit.

Foto © giselbrecht+partner/Gernot EderNeuer Komplex am Augarten: Entwurf und Umsetzung
Der vom Bauträger SOB geplante Büro- und Wohnkomplex nördlich des Augartens war von Anfang an ein heißes Eisen. Ging es erst um das drohende Aus für das KIZ im Augarten - das die Stadt ja ins Royal-Kino verlegt hat - sorgte dann der Bau nach den Plänen des Grazer Architekten Ernst Giselbrecht für Aufregung. Schon als 2009 das Computer-Rendering auf der Baustellentafel dem Siegerprojekt des Architektenwettbewerbs nicht mehr ähnelte, schrillten die Alarmglocken. Damals beruhigte SOB-Chef Fritz Gande, alles werde nach Plan umgesetzt.
Jetzt kann sich jeder selbst ein Bild machen, ist die Fassade nahe der Augartenbrücke doch fertig. Der Vergleich macht sicher: Siegerprojekt und realisierter Bau weisen idente Kubaturen auf, optisch kann man aber nicht von Zwillingen sprechen. Dass die schöne neue Welt in Entwürfen und der echte Bau in Graz eben oft nicht wie ein Ei dem anderen gleichen ist ein oft auftretendes Phänomen.
Dabei drängte hier vom Stadtbaudirektor Bertram Werle bis hin zu Bürgermeister Siegfried Nagl den Bauträger, Giselbrechts Pläne an dem städtebaulich sensiblen Platz doch umzusetzen. Mit Teilerfolgen: Die vorgesetzte Glasfassade sollte ganz gestrichen werden, nun ist sie immerhin in der Grazbachgasse montiert und nur in der Friedrichgasse eingespart worden. Die eleganter geplante Dachpartie ist dem Rotstift zum Opfer gefallen.
Giselbrecht ist mit dem Kompromiss dennoch "zufrieden" und SOB-Chef Gande sieht keinen Grund für eine Aufregung: "Die Pläne sind doch zum größten Teil umgesetzt worden." Das ist wohl Ansichtssache.
Eine andere Baustelle wird immer mehr zur Geduldsprobe für Acoton-Chef Gerald Gollenz: der Andreas-Hofer-Platz. Im Frühjahr 2010 sollte aus Sicht der Stadt der Architektenwettbewerb möglich sein. Doch immer noch können sich Nagl und seine Vize Lisa Rücker nicht auf die Verlegung der Postbushaltestellen einigen. Der Vorschlag der Fachbeamten: Die Busse sollen in Zukunft vis à vis des Joanneums in der Neutorgasse halten. Die Zeit drängt. Gollenz möchte im Herbst den Wettbewerb starten.










