Pro & Contra Vandalismuskampagne
Beschmierte Wände, umgeworfene Müllkübel und Verunreinigungen - Vandalismus ist in Graz ein Problem. Bürgermeister Nagl sagt mit Kampagne Vandalen in sehr deutlichen Worten den Kampf an.

Foto © Jürgen FuchsAngelika Schimunek und Lukas Lautner
Laut Bürgermeister Nagl ist der jährliche Schaden mit 300.000 Euro zu beziffern. Den Vandalen will er deshalb mit einer Kampagne den Kampf ansagen - mit sehr direkter Sprache á la "Idioten sollten sich verpissen" oder "Was hat euch Trottel so kaputt gemacht?" Wirksames Mittel oder einfach Beleidigung? Wir haben uns in Graz umgehört.
Pro
Angelika Schimunek ("über 60"), Buchhändlerin: Das mit dem Vandalismus in der Stadt ist wirklich eine Schande. Ich sehe das jeden Tag, wenn ich in der Früh zur Arbeit gehe. Jeden zweiten Tag sind die Blumentöpfe vor den Lokalen umgeworfen und liegen quer über die Straße. Ich frage mich immer, wer tut so etwas? Mir tun die Hauswände leid, die Pflanzen ... Da muss einfach etwas getan werden. Und wenn eine sanfte Sprache nicht hilft, kann man ruhig auch etwas deutlicher werden. Menschen die solche Schäden anrichten, sind primitiv. Da ist eine härtere Sprache vielleicht das richtige Mittel.
Contra
Lukas Lautner (16), Schüler: Ich muss sagen, dass ich natürlich auch gegen Vandalismus bin. Ich habe auch noch nie etwas mutwillig zerstört und kenne auch niemanden, der so etwas macht. Vandalismus ist klar zu verurteilen. Aber man sollte die Menschen dennoch nicht herablassend ansprechen. Ich finde, die Slogans wirken sehr präpotent, so nach dem Motto "Ihr seid ja alles nur Asoziale." Und das finde ich nicht gut. Wenn man das Verhalten verurteilt, sollte man selbst beweisen, dass man kultiviert ist. Ich glaube, dass diese Sprache auch sehr provozierend sein kann und vielleicht das Gegenteil bewirkt.










