Pro & Contra Gehaltsoffenlegung
Diese Woche ging die von der SPÖ-Stadträtin initiierte Einkommenstransparenzdatenbank online, auf der Grazer ihr Gehalt inklusive Geschlecht und Beruf anonym eintragen können.
Quelle © KLZ Digital Gehaltsdatenbank: Transparenz oder Blödsinn?
Martina Schröck macht es vor, doch ziehen die Grazer nach? Mit ihrer Datenbank will die Stadträtin die Probleme im Entlohnungssystem (z.B. Einkommenschere zwischen Mann und Frau) aufdecken und bekämpfen. Doch wie stehen die Grazer zur Offenlegung ihrer Finanzen? Ein Schlagabtausch.
Pro
Nermin Numanovic (32), Hochbauingenieur: Ich finde die Idee gut, das Einkommen offen zu legen. Nur so sieht man wirklich, wie ungerecht die Bezahlung in Österreich ist. Ich selbst möchte mich gar nicht aufregen, mit 2175 Euro netto werde ich ganz gut entlohnt. Ich weiß aber auch, dass meine weiblichen Kolleginnen in meiner vorherigen Firma teilweise weniger bekamen als die Männer. Ob das nur am Verhandlungsgeschick liegt, kann ich nicht beurteilen. Faktum ist jedoch, dass die Menschen im Durchschnitt in Österreich zu wenig verdienen. Eine anonyme Datenbank kann der Beginn für mehr Gerechtigkeit sein.
Contra
Ana Nastic (26), Angestellte: Egal ob anonym oder nicht, ich würde mein Gehalt nie öffentlich machen. Finanzielle Dinge sind meiner Meinung nach Privatsache und gehören nicht in die Öffentlichkeit. Wenn ich eine Vergleichbarkeit der Gehälter haben möchte, kann ich doch einfach bei Firmen nachfragen und eine Studie erstellen. Und wenn ich mich um einen Job bewerbe oder Gehaltsverhandlungen anstehen, mache ich mich vorher sowieso intern schlau. Dafür brauche ich keine Datenbank. Ich bleibe dabei, es geht keinen etwas an, was auf meinem Gehaltsscheck steht. Das wissen nur meine engsten Freunde.










