Was wurde aus der Häuslgebühr?
Städtischer Häusltalk: Welche Ideen es für den Abfluss gab, was die Häuslabgabe bringt und was an öffentlichen Toiletten 2011 passiert.

Foto © HoffmannZahle in der Not: 50 Cent kostet ein Klogang am Jakomini- und Hauptplatz
S o manche politische Idee wurde dort in den letzten Jahren schon hinuntergespült. Zum Beispiel die Botschaftsvermittlung auf der Klobrille, die Werbung an den Häusltüren öffentlicher WCs. "Wir haben es probiert und mussten erkennen, dass es nicht funktioniert", sagt Karlheinz Fritsch, Leiter der Liegenschaftsverwaltung der Stadt Graz.
Oder: die Minigebühr von sieben Cent pro Klosett-Besuch. Diesen Betrag erhöhte der zuständige SPÖ-Stadtrat Wolfgang Riedler im April 2006 auf 20 Cent, ganz nach dem Motto "Geld stinkt nicht". Er tauschte Klofrauen und Klomänner gegen einen Münzautomaten und ein aufforderndes Schreiben aus, dass ein Besuch ab sofort 20 Cent koste, im Vorhinein zu bezahlen sei und Strafen bis zu 15 Euro drohen.
An zwei der insgesamt 36 Grazer Häusln, den stark frequentierten Toiletten an Jakomini- und Hauptplatz, zahlte man weiterhin 50 Cent - und die Häuslbesorger blieben dank - bitte durchatmen! - Reinigungsdienstleistungsauftrag. Bis heute.
Wer glaubt, keiner würde diese verpflichtende Häuslgebühr entrichten, der irrt. "2009 nahmen wir damit 51.500 Euro ein", rechnet Fritsch vor. Geld, das die zunehmenden Vandalismusdelikte seit Abschaffung der Klofrauen und -männer nicht immer deckt.
Für 2011 plant man Reformen. An acht bis zehn der Top-Häusln (Rathaus, Bürgergasse, Volksgarten, Augarten oder Hilmteich) plant man für 2011 eine intensivere Betreuung nach internationalem Vorbild. Ob das die 20-Cent-Forderung in die Höhe treibt, verrät man im Rathaus aber nicht.










