Das Schweigen der Männer
Am Donnerstag gehen die Grazer Mandatare in die dreimonatige Urlaubspause. G7 weiß, was sie seit dem letzten Sommer getan haben: Die Bilanz.

Foto © KLZ / David BauerNoch einmal vor der Sommerpause sitzt die Stadtregierung dem Gemeinderat gegenüber
Aktivposten und Ruhepole
Das Grazer Stadtparlament tagt am Donnerstag, 24.Juni, zum letzten Mal vor der dreimonatigen Sommerpause. Noch rasch werden drängende Beschlüsse durchgeboxt. Der Rest bis September ist dann Schweigen. Eine Disziplin, in der etliche Mandatare geübt sind. Wie die Auswertung der Anträge und Anfragen der ablaufenden Polit-Saison seit September 2009 zeigt, sind die unerschütterlichsten Ruhepole allesamt Männer aus dem ÖVP-Klub. Mit null Initiativen stechen heuer Rene Schönberger und Gerald de Montmerency hervor. Letzterer fungiert ja nur noch als Platzhalter, um die Rückkehr der zurückgetretenen Stadträtin Eva-Maria Fluch in den Gemeinderat zu blockieren. Im Windschatten der absoluten Ruhepole finden sich Klaus Frölich, Johann Koroschetz und Gunther Linhart, die aus eigenem Antrieb jeweils nur einmal ans Rednerpult traten.
Kleine Reden, große Worte
"Kollege Wohlfahrt, wenn Sie auf der Uni auch so agieren wie im Haus Graz, verstehe ich die Studentenproteste." Harald Korschelt (FPÖ) bohrt in den Wunden von Wohlfahrt(Grüne).
"Alljährlich tritt im Frühjahr am Murradweg im Bereich des Augartenbades das Naturphänomen auf, dass die Bäume der Muruferböschung rasch wachsen." ÖVP-Mandatar Karl Christian Kvas will die Böschung stutzen lassen.
Als Aktivposten erwiesen sich Spitzenreiter Harald Korschelt (FP) mit 31 Anfragen und Anträgen, gefolgt von Andreas Fabisch (KP) mit 27, Gerhard Mariacher (BZÖ) mit 22, Christoph Hötzl (FP) mit 18 und ex aequo: Ulrike Taberhofer (KP) und Georg Schröck (BZÖ) mit je 16.
Und welche Klubs waren insgesamt am rührigsten? Spitzenreiter war die KP mit 92 Anträgen und Anfragen, vor SP (86), VP (84), FP (82), Grün (52) und BZÖ mit 49. Bei der Pro-Kopf-Quote hat der kleine FPÖ-Klub mit nur fünf Mandaten die Nase mit 16,4 Initiativen vorne. Bei dieser Sichtweise ist der größte Klub, jener der Volkspartei, mit 3,7 Anträgen das Schlusslicht.
Features
Fakten
56 Gemeinderätegibt es im Stadtparlament. Die Gage: 1876 Euro 14 Mal im Jahr. Sie sitzen in Ausschüssen und absolvieren rund zehn Sitzungen pro Saison.
17 der Mandatesind in Frauenhand. Den weiblichsten Klub stellen die Grünen mit vier von acht Mitgliedern. Das BZÖ ist ein "Drei-Männer-Bund".
52 Jahreist das Durchschnittsalter des SP-Klubs, der damit am ältesten ist. Die anderen: KP: 50,9 Jahre, ÖVP: 47,3, Grüne: 46,1, FP: 42,2, BZÖ: 38,3.










