"Wir genießen und essen bewusster"
Jene drei Familien, die mit der Aktion "Steirisch essen" auf regionale Produkte setzen, holen sich derzeit Tipps von Expertin Sasha Walleczek.

Foto © FuchsKatrin und Christian Haider, Barbara Petzl, Sasha Walleczek, Chefkoch Ewald Pint und Therme-Loipersdorf-Geschäftsführer Wolfgang Wieser
Am Anfang war es schon schwierig, die Produkte zu finden, doch jetzt - nach einem Monat - geht es leichter. Wir kaufen vor allem auf Bauernmärkten oder bei Bauern ein", schildert Barbara Haider ihre Erfahrungen mit der Aktion "Steirisch essen". Dabei versuchen drei steirische Familien, sich über einen Zeitraum von sechs Monaten ausschließlich von regionalen Produkten zu ernähren.
In den nächsten Tagen wird Familie Haider an einem Workshop mit Ernährungsexpertin Sasha Walleczek in der Therme Loipersdorf teilnehmen. Der Ort ist geradezu prädestiniert. "Loipersdorf hat sich der Regionalität verschrieben", erklärt Walleczek. Der starke Regionalbezug bezieht sich nicht nur auf Produkte, sondern auch auf die Wertschöpfung. "Wir haben etwa 20 ständige Bauern, die uns aus einem Umkreis von maximal 30 Kilometern beliefern", führt Geschäftsführer Wolfgang Wieser aus.
"Vermehrt auf regionale Produkte zu setzen, steigert das Wohlbefinden jedes Einzelnen. Das ist auch der Vorteil an ,Steirisch essen'. Die Familien machen sich mehr Gedanken über Ernährung und essen bewusster", sagt Wieser (siehe rechts).
Familie Haider sieht die Aktion ebenfalls positiv: "Die Produkte sind zwar teurer, doch geht man sparsamer damit um, isst bewusster und genießt mehr." Die jungen Eltern binden auch ihren acht Monate alten Sohn Elias ein und geben ihm mit Wasser gemischte Bauernfrischmilch zu trinken oder bieten ihm ein wenig Gemüse und Fleisch an. "Wir wollen das auch in Zukunft beibehalten, bewusster auf die Produkte schauen und nicht mehr so viele importierte Sachen kaufen."
Auch über die Winterzeit, in der frische regionale Produkte schwieriger zu bekommen sind, haben sie sich schon Gedanken gemacht: "Wir haben viel Frisches eingekocht oder eingerext, zum Beispiel Zwetschken, Hollerröster oder Senfgurken, und Gemüse im Tiefkühler verstaut." Das rät auch Walleczek: "Idealerweise kauft man sich eine große Tiefkühltruhe, um dort Frisches aufzubewahren. Man kann Obst und Gemüse auch gut einwecken oder trocknen. Ich selbst habe Marillen aus meinem Garten so konserviert." Durch diese Art der traditionellen Konservierung fände man laut der Ernährungsexpertin auch wieder zu den ursprünglichen Verfahren zurück und bekäme einen besseren Bezug zum Essen.
Zudem leistet man mit regionalen Produkten einen Beitrag für die Umwelt, das Klima, und nicht zuletzt für die eigene Gesundheit. "Im Gegensatz zu importierten Produkten verlieren regionale nicht an Vitaminen und Nährstoffen, da die langen Transportwege wegfallen", erklärt Wieser.
Auch für Walleczek ist wichtig, dass das Pure eines Lebensmittels wirken und geschmeckt werden kann. Sie arbeitet gemeinsam mit Ewald Pint, dem Chefkoch der Therme Loipersdorf, an einem Kochbuch gemäß dem Motto "frisch, regional und einfach kochen".
Die Möglichkeiten, sich gesund und regional zu ernähren, sind gegeben. Sie müssten nur häufiger genutzt werden, wie von den drei steirischen Familien.













