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Zuletzt aktualisiert: 31.08.2008 um 19:41 UhrKommentare

Ein Profi kocht sich durch die Lebensmittel im Sozialmarkt

Mit Haubenkoch Harald Fritzer auf Einkaufstour im Sozialmarkt: Viele Nahrungsmittel fehlen zwar, trotzdem gibt es von ihm einige Menü-Vorschläge.

Harald Fritzer, Haubenkoch und Koch des Jahres 1992, gibt Menüanregungen mit günstigen Lebensmitteln

Foto © WeichselbraunHarald Fritzer, Haubenkoch und Koch des Jahres 1992, gibt Menüanregungen mit günstigen Lebensmitteln

Welche Mahlzeiten zaubert ein Haubenkoch auf den Teller, wenn er sich in einem der fünf Sozialmärkte (Soma) in Kärnten auf Einkaufstour begibt? Für Haubenkoch Harald Fritzer ist der Soma in der Kaufmanngasse in Klagenfurt zunächst Neuland. Er ist es gewöhnt, gut gefüllten Regalen in Supermärkten gegenüberzustehen und aus einer Fülle verschiedener Produkte zu wählen. Im Soma herrscht in den Regalen um 10 Uhr am Vormittag zum Teil aber gähnende Leere. "Wir bekommen nicht jeden Tag gleich viele Lebensmittel geliefert", sagt Mitarbeiter Markus Petritsch.

Bio-Joghurt und Extrawurst. Trotzdem gelingt es Fritzer, ein durchaus leckeres Frühstück zusammenzustellen. In der Kühlvitrine gibt es Bio-Joghurt um 30 Cent pro Becher. "Zwar ist es seit zwei Tagen abgelaufen, aber das ist kein Problem. Es ist trotzdem essbar", sagt Fritzer. Für die Kinder gibt es Trinkjoghurt von Kärntnermilch - ebenfalls um 30 Cent. Und nicht nur für ein, sondern gleich für mehrere Frühstücke reicht die Puten-Extrawurst, die Fritzer aus der Kühlvitrine zieht. Um 1,65 Euro bekommt man ein halbes Kilo. Jetzt fehlt noch das Gebäck. Und da wird Fritzer im hinteren Teil des Soma fündig. "Es gibt sogar Vollkornprodukte", ist der Haubenkoch überrascht. Drei Stück Kornspitz kosten 70 Cent, ebenso fünf Semmeln. "Und das Gebäck ist frisch." Für 20 Cent kann man noch eine Packung Tee erstehen.

Mittag. Schwieriger wird es beim Mittagessen. Das Hauptgericht ist noch relativ schnell gefunden: In der großen Tiefkühltruhe in der Mitte des Raumes liegen einige Hendln um zwei Euro das Stück - sonst ist sie leer. Bei der Beilagen-Frage sieht der Profi etwas ratlos drein. Gemüse wurde an diesem Tag keines geliefert. "Und Grundnahrungsmittel wie Reis, Mehl oder Zucker fehlen völlig", stellt Fritzer fest. Dann fällt sein Blick auf das Regal mit der Pasta. Die gibt es in allen Formen und Farben. Also gibt es zum Hendl Pasta. 60 Cent kostet ein halbes Kilo. Und weil es an frischem Gemüse mangelt, müssen glacierte Zwiebeln um einen Euro herhalten. Für 3,60 Euro zaubert Fritzer ein Mittagessen für vier Personen. Mit weiteren warmen Gerichten wird es schwierig. Spaghetti mit Sugo (50 Cent das Glas) gäbe es noch. Alternative: eine Jause. Fünf Stück Hauswürstl um zwei Euro, ein Glas Gurken um 25 Cent ein Glas Tomatenpaprika um 30 Cent. Und Extrawurst vom Frühstück wäre auch noch da. Weil es im Soma an Grundnahrungsmittel fehlt, sind aber sogar der Phantasie des Haubenkochs Grenzen gesetzt. Als Nachspeise gäbe es Kompott in der Dose oder Schokolade.

Gut frequentiert. Während Fritzer seine Einkaufstour absolviert, ist der Soma gut frequentiert. Rund 15 Kunden tragen jeweils ein bis oben hin gefülltes Einkaufskörberl zur Kasse. Besonders gefragt sind Fruchtsäfte, die um 30 Cent angeboten werden. Fritzer: "Fünf bis zehn Euro pro Tag braucht man, wenn man im Soma einkauft."

ASTRID KULLNIG

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Auf jeden Cent wird geachtetFoto © Weichselbraun

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Was gibt es heute zum Essen?Foto © Weichselbraun

Zur Person

Harald Fritzer hat sich im Klagenfurter Restaurant "A la carte" in den 1990er Jahren zu drei Gault-Millau-Hauben gekocht und wurde 1992 mit dem Titel "Koch des Jahres" ausgezeichnet.
Mittlerweile ist er Lehrer in der Berufsschule für Touris-
mus in Oberwollanig
tätig, wo er sein Wissen an den Nachwuchs weitergibt.

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Nudel und Sugo?Foto © Weichselbraun

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Extrawurst?Foto © Weichselbraun

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