Steirawirt, Trautmannsdorf
Lehrstunden auf Steirisch: Heimische Küche in Bestform beim Steirawirt.
Würde die Steiermark beim Steirawirt in Trautmannsdorf einkehren, sie würde sich selbst nicht wiedererkennen. Was sich Richard Rauch dort kulinarisch traut, macht ihn momentan zu einem der interessantesten Küchenchefs des Landes. Der 25-Jährige hat früh erkannt, dass die Steiermark ohnehin flächendeckend mit Schnitzeln in Kürbispanade versorgt ist, und wühlt in der mutigen Ecke in zutiefst heimischen Zutaten. Was dabei herauskommt, macht einfach Spaß.
Zu Beginn werden Rohnen- und Kürbisbrot in Oblatenstärke geknabbert. Pilzsulzerl mit Thymianöl aus der Eprouvette machen den Gaumen fit für die Speisenfolge. Die Formel ist einfach – vier Gänge Steirawirtmenü (neben Wirtshaus- und Überraschungsmenü) kosten 40 Euro, fünf 50, sechs 60. Harmonisch ist das Zusammenspiel von Saibling, Kohlrabi-Panna-Cotta und Mandelöl. Brav die Rote- Rüben-Suppe mit Mohn. Das hervorragende Tatar im Markknochen strotzt vor Paprika und setzt einen bewussten Kontrast zum Rinderfilet mit Topinamburschaum. Der Zander ist von einem luftigen Eisenkrautschaum umschlossen und so gut, dass man die zitronigen Kräuter am liebsten aus der Küche stibitzen möchte – auf dass sie zuhause eine ähnliche Wirkung auf den Fisch zeigen. Für seine Kunst am hauseigenen Johann-Schweinefleisch ist Richard Rauch bekannt – es lohnt sich deshalb, auch jenseits des Menüs in der Karte zu wildern. Das knusprige Brüstl (15,90 Euro) etwa ist köstlich. Zum Abschluss serviert Schwester Sonja Rauch noch einen Joghurt-Kokos-"Traum“. Wie passend.













