Jaritz, Gratkorn
Ein Weckruf aus Gratkorn: Von der Esskultur in einem Kulturhaus.
Ein anklagender Anruf aus Gratkorn: "Wir hören immer nur Pogusch, Pogusch, Pogusch. Aber wir können auch gut kochen.“ Also auf ins Restaurant Jaritz, das im Kulturhaus der Marktgemeinde untergebracht ist. Aber zunächst heißt es einmal warten: Gut zwei Minuten dauert es, bis uns der junge Herr entdeckt hat, dann aber höflich einen Tisch zuweist. Dafür ist die Speisekarte schnell zur Hand und hebt unsere Stimmung blitzartig, weil sich darin ausgesuchte Klassiker ebenso finden wie bodenständige Raritäten alles zu sehr moderaten Preisen, wohlgemerkt. Weil die gepriesene Flecksuppe von der Seniorchefin gerade nicht verfügbar ist, trösten wir uns mit einer deftigen steirischen Semmelstrudelsuppe (3,20 Euro) und einer herrlichen gelben Paprikaschaumsuppe (3,50), ehe wir uns für ein heißes Carpaccio vom Almochsen (14) entscheiden. Und dazu neugierig ein steirisches Saiblingsfilet (14) ordern, das sich am Gaumen ein grandioses Duell mit dem unterlegten Blunzengröstl liefert. Das süße Finale bestreiten eine creme brulee mit Sanddornparfaitspitz (5,60)und überbackene Erdbeeren mit Vanilleeis (6,70).
Resümee: Viel Lob für die Küche, Tadel dagegen für den Service, der – an diesem Abend mutterseelenallein – überfordert ist. So bleibt uns auch die Weinkarte vorenthalten, dabei lugen aus dem Weinschrank feine Gewächse herüber. Übrigens: Wir lieben glasweise Empfehlungen – aber nicht dann, wenn es sich um einen Welschriesling und einen Schilcher vom Jahrgang 2007 handelt. Weinliebhaber werden die Nase rümpfen.













