Zur Linde, Mistelbach
Warum nicht einmal über die steirischen Grenzen hinaus essen – im Weinviertel überraschen derzeit nicht nur junge Winzer mit frischen Ideen.
Auch kulinarisch weiß man, was man der Region schuldig ist. Wer etwa im Familienbetrieb "Zur Linde" einkehrt, hat das Vergnügen, an die österreichischen Wurzeln geführt zu werden (Bruckfleisch) und schöne neue Ideen mit Produkten aus der Region kennenzulernen.
Mittlerweile hat die jüngere Generation der Familie Polak in der 60-jährigen Linde das Zepter übernommen. Mittags wird Wirtshausküche aufgetischt – mit Rindsrouladen und Tafelspitz. Abends gibt?s eine Gourmetkarte dazu, die zwar nicht groß, dafür aber umso feiner ist. Wer das Menü wählt, isst sich durch drei bis sechs Gänge (ab 34 Euro, jeder weitere Gang 9 Euro) mit teilweise exotischen Spielereien wie Räuchermarlin mit Hummermayonnaise.
Dass der Küchenchef sein Handwerk versteht, zeigt sich bei der Variation vom Marchfelder Biospargel (11,50 Euro) – das Roastbeef dazu ist zart, die Spargel-Creme brulee mit dezent geflämmtem Zucker ein geschmacklicher Höhepunkt. Sehr gut gerät auch das Filet von der Maischolle (15,80 Euro), wobei das mit dem Erbsenpüree so eine Sache ist. Entweder man hat es schon als Kind schreiend in der Küche verteilt oder man tut das später im Restaurant, weil es nirgends schmeckt wie bei Muttern. Um das von Küchenchef Günter Hymer würden sich Kinder jeden Alters raufen. "Alles von der Erdbeere" (11,80 Euro) bringt ein pfeffriges Eis, einen flaumigen Knödel und ein Stück Torte auf einen Nenner.













