Österreicher im MAK, Wien
Zum Ausschlecken: Echt tolles Wiener Gasthaus: "Österreicher im MAK“.
Eva Schlegels Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst in Wien ist locker einen Ausflug wert: Wetterballons, Wolkenbilder auf Blei, tolle Sache. Wer die Schau (noch bis 1. Mai) als Ausrede benutzt, um sich nachher im MAK-Restaurant den Bauch vollzuschlagen zumindest von Kulinarix) auch die Absolution erteilt, weil Helmut Österreicher, im Steirereck seinerzeit Österreichs erster Vierhaubenkoch, in dem spektakulär inszenierten Gasthaus (eichinger oder knechtl) eine Küche zelebriert, die sich mit Leichtigkeit und Schwere mindestens so elegant spielt wie die Künstlerin nebenan. Die Wiener Küche ist das Hauptthema bei "Österreicher im MAK“; seit fünf Jahren zeigt der Chef hier vor, was inzwischen jeder zweite Koch mit ein bissl Gespür fürs Zeitgemäße nachmacht: Er konzentriert sich aufs Regionale und Saisonale. Aber ohne Fundamentalismus, was die Garnelen zur samtig-fruchtigen Pastinakensuppe (5,90 Euro) gleich einmal eindrucksvoll beweisen.
Überhaupt teilt Österreicher sein Angebot in "klassische“ und "moderne“ Wiener Küche. In zweitere Kategorie fällt etwa der perfekte Seesaibling mit Kürbisreibteig und roter Rübenbutter (20,80) – eine fantastische Kombination; man möchte sofort den Kalbsrücken mit Haselnusskruste, Olivenrisotto und Zucchini (22,20)oder das von Traditionalisten viel gerühmte Gulasch (14,50) auch noch probieren. Braucht man aber nicht, weil es soll ja noch Platz fürs Dessert bleiben, z. B. für die Vanillecreme mit Zitrusfrüchten (7,80) – aber holla! Hat da schon einmal jemand das Schüsserl ausgeschleckt? Wir vermuten: ja!














