Speckladle, Friesach
Wenn Cilly Höferer das Essen aufträgt, singt sie vor sich hin. Die Fröhlichkeit hat die Wirtin trotz Doppelbelastung nicht verloren. Sie ist nämlich Köchin und Serviererin gleichzeitig und beides beherrscht sie bravourös. Das viele jahrhundertealte Gemäuer an der Friesacher Stadtmauer war einstmals eine Fleischhauerei, (daher Speckladle) jetzt sind im kühlen Gwölb sehr gemütliche Gasträume.
"Kochen ist mein Rezept" steht auf der Speisekarte, die Vegetarisches genauso bietet, wie deftige Gerichte aus dem Mittelalter, wie es sich für Friesach gehört.
Wenn das Rezept der wunderbaren Gemüsesuppe von ihr stammt, dann Hut ab. Sie duftete schon von Weitem nach Liebstöckl und die Nockerln gelangen, trotz Vollkorngries, wunderbar flaumig (3,30). Das Tatar kam vom Wild und war schön saftig. Man musste es selbst abmachen, etwas mühsam, aber so konnte man nach Geschmack würzen (9,90). Lamm, Wild und Fisch sind Cilly Höferers Passion. Der Geschmack des zarten Lamms (12,60) verschmolz aufs Feinste mit einer würzigen Wurzelsauce. Man hätte es auch in Form von Gegrilltem oder als Ragout haben können. High wurde man vom Kärntner Laxn im Hanfmantel nicht, denn der Fisch geriet unter der Panier etwas trocken. Dafür war die selbst gemachte Sauce Tartare dazu eine seltene Köstlichkeit (15,90). Die Kardinalschnitte war wunderbar sündig. In der Liste der vielen Genussland-Lieferanten gibt's auch Apfelwein aus dem Lavanttal. Serviert wird der Wein, den die Wirtin gerne trinkt.













