Graz, Traveller's Inn
Graz lernt den Orient kennen: In der Kosakengasse wird neuerdings libanesisch gekocht.
Der Lokalaugenschein beweist: Viel besser lässt sich ein Gasthaus nicht verstecken, als in der winkelreichen, finsteren Kosakengasse. Wer das "Traveller's Inn" findet, steht dann aber in einem Lokal, das als aufregender Zuwachs der Grazer Ethno-Cuisine gefeiert werden darf: Betrieben von zwei ostdeutschen Weltenbummlern, bietet das Lokal nämlich libanesische Gerichte, und die gilt unter den nationalen Küchen des Orients zu Recht als besonders fein.
Lokalguide
Das "Traveller's Inn" bietet aber auch sonst allerhand, etwa arabischen Tee, griechischen Wein und Schnäpse vom kroatischen Travarica bis zum pakistanischen Mangoschnaps. Außerdem bezaubert die Ausstattung durch liebenswert improvisierte Vielfalt: Da schmücken Bügeleisen und Spazierstock ebenso die Wände wie ein indisches Elefantenmobile, Weinreben, eine Buddhabüste und eine Gitarre, unterm Tischglas erinnern alte Hotelrechnungen und Geldscheine an die Reisen der Besitzer. Bemerkenswert: ein Extrazimmer als gemütliche, mit Teppichen ausgehängte Diwanecke - nicht nur hier kann man eine Shisha (Wasserpfeife, 4,50 Euro) ordern.
Und trotz aller Attraktionen kann man auch ruhig zum Essen kommen. Eine gute Übersicht über das Vorspeisenangebot verschafft der gemischte Teller (5,20 Euro) mit exzellentem Hommos (Kichererbsenpüree), noch exzellenterem Baba Ganousch (Melanzanimus), Schafskäse, scharf eingelegtem Gemüse und Falafel. Bei den Hauptgerichten trifft man davon einiges als Beilage wieder, trotzdem sind Spezialitäten wie Kibbe Maklieh (faschiertes Lamm im Teigmantel, 7,80 Euro) oder die südlibanesische Grillplatte "Sidon" mit Huhn, Lammhaschee und Falafel (12,90 Euro) ihr Geld wert - alles wunderbar gewürzt und charmant serviert.
(Stand: 13. Jänner 2007)
Features
Faktenmenü
- Adresse: Kosakengasse 9
- Telefon: 0664/765 60 04
- Geöffnet: täglich ab 17 Uhr
- Lokaltyp: Ethno-Wirtshaus
- Küche: Feines aus dem Libanon
- Service: leutselig und sehr aufmerksam
- Design: kunterbunt zusammengewürfelte Souvenirmixtur
- Menschen: sehr heterogen, einige jugendliche Diwanliebhaber
- Fazit: Orientalische Küche nicht nur für Eingeweihte, charmante Bereicherung der Gastroszene













