Café Sacher, Graz
Tradition mit eigener Handschrift: Charmantes Speisen bei Rene Leitgeb im Cafe Sacher.
Im Cafe Sacher hat alles Tradition, auch wenn es das Lokal in Graz an Jahren nicht mit dem Wiener Stammhaus aufnehmen kann. Aber die zutiefst österreichische Seele freut sich einfach über das Rot-Gold der Sitzbezüge, den charmanten Service und Leibspeisen wie Krautfleckerl, Tafelspitz oder Gulasch.
Bei so viel Österreich ist es für den Küchenchef beileibe nicht einfach, seine kulinarische Persönlichkeit durchblitzen zu lassen. Der Oststeirer Rene Leitgeb hat aber genau das geschafft - durch und durch der Tradition verpflichtet zu bleiben und trotzdem eine eigene Handschrift in die Küche zu bringen. Die Klassiker sind dabei so vorbildlich gekocht wie die kreativen Ausreißer. Schon der Gruß aus der Küche ist köstlich - eine getrüffelte Rahmsuppe mit Saiblingskaviar. Den dazugehörigen Fisch gibt's gebacken auf Gurkenstreifen. Wer Kren mag, wird mit dem Beef Tartar (14 Euro) glücklich. Der Kren ist so weise dosiert, dass er zwar mitunter in der Nase kitzelt, aber nie den Spaß am Essen nimmt. Zum Tafelspitz (17,20 Euro) kommt, was das Herz sonst noch begehrt - Apfelkren, Schnittlauchsauce, Gröstl und ein paar Löffel Suppe.
Mit der ordinären Hauptplatztaube hat das nächste Gericht nichts gemein - Leitgebs Taubenstrudel (29 Euro) wird mit Gänseleber und Perigordtrüffel zum perfekten Hauptgang. Wer das hinreißend zarte Fleisch gekostet hat, stößt sich nicht mehr an den flatternden Brüdern mit dem maroden Image vor der Tür. Vorher hat aber noch die Blutorange ihren großen Auftritt (8,30 Euro) in drei Varianten - als Mousse, Parfait und Creme brulee.













