Graz, Bauernschmankerl
Alles ganz frisch vom Bauern: Fast geheimer Markt-Tipp für Frühlingsflaneure.
Aus Wien erreicht uns die Nachricht, dass die Stadt sich derzeit geschlossen in den Schanigärten des Naschmarkts einquartiert. Zumindest mittags, und wenn die Frühlingssonne gütig ist. An der Wienzeile verdrängt die Gastronomie langsam den Handel. Zeit, die Lage auf dem größten Viktualienmarkt der Landeshauptstadt zu prüfen.
Vorweg: Der Grazer Kaiser-Josef-Markt ist nach wie vor fest in Bauernhand, aber an seinen Rändern hat sich ein lohnendes Betätigungsfeld für den Gastro-Flaneur etabliert. Neben der stets famosen "Schnabelweide" am südöstlichen Eck breiten sich an der Südfront des Gevierts lauter Imbissbetriebe mit Sitzgelegenheit aus: Neben dem rustikalen "Gösser Standl" für Schnitzelhungrige und dem "Stand'l" für den Wurstliebhaber erweist sich der "Mercato Stefano" mit feinen Tramezzini, Gingerino, Kaffee aus sizilianischer Röstung etc. als Publikumsmagnet. An der Ostseite locken "Bratlfett & Prosecco", und die vielleicht größte Nähe zum Marktgeschehen hat Edeltraud Laffers mittig gelegenes Kleinstlokal "Bauernschmankerl" im Pavillon der ehemaligen Sauerkrauthandlung Edler.
Täglich gibt's je eine Suppe (2,50 Euro) und ein Hauptgericht (4,90 bis 6,90 Euro), sorgfältig aus saisonalen Zutaten vom Markt zusammengesucht – etwa duftige Kräutercreme- oder getrüffelte Polentacremesuppe, Krautstrudel, Rindfleisch mit Spinat oder Leberkäse mit exzellentem Kohlrabigemüse. Alles recht deftige Hausmannskost, liebevoll gekocht, unprätentiös serviert. Frühlingsgefühle für den Gaumen!
(Stand: 20. April 2008)
Features
Faktenmenü
- Adresse: 8010 Graz, Kaiser-Josef-Platz Stand 60
- Tel. (0664) 10 31 535
- Geöffnet: Montag bis Samstag von 7.30 bis 15 Uhr
- Atmosphäre: sehr kommunikativ, quer durch alle Schichten
- Lokaltyp: Marktpavillon
- Küche: würzige Hausmannskost
- Bewertung: Anfahrt: innerhalb der Stadt am besten per pedes, Rad oder Straßenbahn Nr. 1, 7
- Kinder: amüsieren sich auch
- Nichtraucher: kriegen einen Platz an der Sonne
- Kreditkarten: keine Spur
- Fazit: Freundliches Miniaturgasthaus mit Traditionsküche.














