Erdbeerrote Erotik zum Essen
Functional Food: Wie uns die Werbung dabei austrickst und was wir wirklich brauchen.
Foto © pixelio.deSchön, schlank und sexy: Was die Angaben auf Lebensmitteln wirklich halten
Ein erfolgreicher Tag startet mit einem ordentlichen Frühstück. Wie Food-Designer und Werbemanager diese alte Binsenweisheit meiner Oma heute umsetzen? Mit Aktiv-Müsli, einem probiotischen Joghurtdrink, der Hungerattacken im Büro vorbeugt. Nicht zu vergessen die Tasse Wellness-Tee und das kleine Fläschchen, das die Abwehrkräfte stärkt.
Balance und light. Keine Sorge. Das ist erst der Anfang eines Tages mit Functional Food (funktionellen Lebensmitteln.) Im Büro geht's mit einem Light-Müsliriegel und einer Handvoll präbiotischen Gummibärlis weiter, mittags steht Packerlsuppe mit Omega 3-Fettsäuren und einer Scheibe Balance-Brot auf dem Plan. Fakt ist: Mit Begriffen wie "Wellness", "Optiwell", "Anti-Aging", "Rundum-Schutz" oder Ähnlichem bringen Lebensmittelhersteller ihre Produkte besser an die Frau und den Mann.
Suggestion. Fakt ist aber auch, dass diese Slogans einer Überprüfung keineswegs Stand halten. "Was soll es denn bitteschön heißen, wenn ein Mineralwasser die Sinne belebt oder ein Energydrink Flügel verleiht? Das suggeriert eine Steigerung der Leistung, und das ist nicht der Fall", kritisiert Oskar Wawschinek von der Agentur für Lebensmittelsicherheit (Ages).
"Die Wurzel des Übels", bringt der Kärntner Ernährungsmediziner Harald Stossier eine andere Sichtweise ein, "liegt darin, dass der Mensch über Lebensmittel alles kriegen will."
Features
Lebensmittel-Check
Das Lebensmittelgesetz in Österreich unterscheidet zwischen Lebens-, Nahrungsergänzungs- und Arzneimitteln. Die Grauzone: Für die beiden erstgenannten ist keine Wirkung vorgeschrieben. Ab 1. Juli soll die "Health claims"-Verordnung produktbezogene Angaben stärker kontrollieren.












