Sauer macht listig
Der Schilcher ist wieder da. In neuen Farben, als Essbegleiter und mit einem eigenem Festival.

Foto © Steiermark TourismusDer Schilcher - die steirische Weinspezialität schlechthin ...
Der Schilcher hat es nicht leicht gehabt mit uns in den letzten Jahren. Nach dem großen Boom Anfang der Neunziger ließ das Interesse an dem weststeirischen Rose wieder nach. Jetzt aber färbt sich die Welt im Glas von neuem rosa: Der Schilcher ist wieder da. Aber der alte ist er nicht mehr.
Trinkreife. Klammheimlich haben engagierte Winzer in den letzten Jahren begonnen, mit Lust und List die Möglichkeiten der Blauen Wildbachertraube auszuloten. Fein, wenn Weinbauern wie Johannes und Luise Jöbstl oder Thomas Strohmaier Blauen Wildbacher des Jahrgangs 2003 aus dem Barriquefass kredenzen - "das zeigt, was die Rebe kann", begeistert sich Sommelier Gerhard Summer, Geschäftsführer der Vinothek "Weinhaus Stainz", und schwärmt von Lebendigkeit und schönen Tanninen, vom Duft nach Kirschen und Brombeeren. "Diese Weine erlangen jetzt langsam ihre Trinkreife", sagt er, "das räumt mit dem Vorurteil auf, dass Schilcher jung getrunken werden muss."
Süß und gleich gepresst. Wer sich heute durch das neue Schilcherspektrum kostet, wird auf jeden Fall überrascht sein: Da reizt ein frischer, verspielter Süßwein als Aperitif den Gaumen (Schilcher Auslese 2002 von Franz Strohmeier), da schmeichelt ein schön strukturierter Wildbachersekt brut, weiß gepresst, vom Schilcher-Doyen Lazarus. Und selbst ausgesuchte Weinkenner attestieren Tropfen wie dem Blauen Wildbacher gleich gepresst 2006 vom Peiserhof Qualitäten "wie ein Sauvignon oder gar wie ein Burgunder".
Brettljause gesichert. Und die gute alte Säure? Die ist dem Schilcher (denn nur der Rosewein heißt so) nicht verloren gegangen. Der klassische Begleiter zur Brettljause hat sich trotz neu gewonnener Experimentierfreude seinen Charakter bewahrt. Und er wird gerade jetzt auch als selbstbewusster Begleiter zu den kräftigen, scharfen Aromen der asiatischen Küche entdeckt.
Schilcher-Renaissance. Gastronomen wie den Patron des Deutschlandsberger Restaurants "Theresas", Gerhard Poprask, von dem unsere heutigen Rezepte stammen, freut das wieder erwachende Selbstbewusstsein der weststeirischen Winzer; er selbst wird so angeregt, dem Schilcher kulinarisch Leben einzuhauchen. "Ich hoffe auf eine Renaissance", sagt er.
Die Chancen dafür stehen gut: Im Juni veranstaltet die Region ein Internationales Roseweinfestival, da stellen sich die Schilcherbauern Winzern aus ganz Europa zum Vergleich.
Features
Rezepte mit Schilcher
Schilcher-Köstlichkeiten
- Cafe-Restaurant Theresas
- Kirchengasse 4, Deutschlandsberg
- Telefon: 034 62/ 391 82
- Geöffnet: Mo-Sa, 11:30 bis 24:00 Uhr
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Foto © Steiermark Tourismus / Schiffer













