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Zuletzt aktualisiert: 02.03.2007 um 11:18 Uhr

"Mogelpackung" Knoblauch

Die weiße Knolle ist weder roh noch in Drageeform so gesund wie erwartet. Blutfettwerte werden durch ihren Genuss nicht gesenkt, wie die Universität Stanford nachweisen konnte.

Große Zehen, kleine Wirkung: Knoblauch

Foto © KKGroße Zehen, kleine Wirkung: Knoblauch

Entgegen weit verbreiteter Meinung senkt Knoblauch nicht den Cholesterinspiegel. Eine US-Studie liefert den bisher klarsten Beleg dafür, dass weder roher Knoblauch noch Knoblauchdragees unterschiedlicher Herstellung den Blutfettwert bessern. "Es funktioniert einfach nicht", bilanziert Untersuchungsleiter Christopher Gardner von der Universität Stanford.

"Gekaufte" Untersuchungen. Dass frühere Untersuchungen zu anderen Ergebnissen kamen, führt der Forscher darauf zurück, dass viele Studien von Unternehmen finanziert wurden, die Knoblauchpräparate herstellen. Gardner untersuchte den Effekt von Knoblauch an 192 Personen mit leicht erhöhtem Cholesterinspiegel, also genau jenen Menschen, die zwar eine Reduzierung des Wertes anstreben, aber noch nicht zu Statinen greifen müssen.

Roh und in Drageeform getestet. Die Teilnehmer wurden per Zufallsprinzip in vier Gruppen eingeteilt, die entweder rohen Knoblauch, eines von zwei verschieden hergestellten Knoblauchpräparaten oder aber eine Scheinpille erhielten. Während der halbjährigen Studie wurden jeden Monat die Cholesterinwerte gemessen.

Unveränderte Werte. Die Werte des schlechten LDL-Cholesterins blieben bei allen Teilnehmern nahezu unverändert, wie die Zeitschrift "Archives of Internal Medicine" berichtet. "Wenn Knoblauch funktionieren würde, hätte er in unserer Studie gewirkt", betont Gardner. "Die fehlende Wirkung war zwingend und eindeutig." Allerdings könne Knoblauch andere gesundheitsfördernde Wirkungen haben. Aber auch dies müsse sorgfältig geprüft werden.


Fakten

Knoblauch (Allium sativum) ist eine Gewürz- und Heil-pflanze in der Familie der Zwiebelgewächse (Alliaceae).

Die deutsche Bezeichnung Knoblauch leitet sich vom althochdeutschen Wort "klioban" (= "spalten") ab.

"Knoblauch-Fahne"

Die strengriechenden Stoffe nach dem Genuss von Knoblauch kommen dabei nicht wie oft angenommen aus dem Magen - die schwefelhal-tigen Abbauprodukte werden über die Lungen-bläschen an die Atemluft abgegeben.

Foto

Foto © Reuters

Knoblauch-VerarbeitungFoto © Reuters

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