Mund auf für die Beerenkönigin
Eine Nuss, die einfach beerig schmeckt und zum Pflücken schön ist: Es ist wieder Erdbeerhochsaison in Österreichs Gärten.

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Elvira ist süß. Das kann man dem Gesicht unseres Nachbarn ablesen, wenn er ein paar der prallen roten Erdbeeren pflückt, das Grün auszupft und sie dann alle auf einmal in den Mund schiebt. Genau genommen ist Elvira zwar keine Beere, sondern eine Nuss auf einem Rosengewächs – wir bücken uns aber gern für die sogenannte Sammelnussfrucht. Besser: Wir verneigen uns, denn die Erdbeere ist die Königin unter den Vitaminspendern ihrer Zeit.
Wer Elvira, Lambada oder Mieze Schindler nicht im Hausgarten zieht, sollte im Supermarkt aus den Regalen pflücken, was sie hergeben – nur zwei Hände voll Erdbeeren decken den Tagesbedarf an Vitamin C eines Erwachsenen. Damit ist die Beerenkönigin reicher als Zitrone und Orange.
Geschmack
"Natürliches Aroma" wie es in Erdbeerjoghurts oder Früchtetees zum Einsatz kommt, hat die Erdbeere mit ihren 300 Aromakomponenten meist nur zum Vorbild. Häufig werden Fruchtmischungen mit geringem Erdbeeranteil in geringer Menge zugesetzt oder gleich komplett durch Trägerstoffe mit Aromen ersetzt.
Etwa 4,4 Kilo Erdbeeren hat jeder Österreicher 2011 durchschnittlich verspeist. Grundsätzlich entfallen mehr als ein Drittel aller unter dem Begriff Beeren versammelten Obstsorten, die im Lebensmitteleinzelhandel gekauft werden, auf Erdbeeren. Rund 14.200 Tonnen der beliebten Früchte wurden im Vorjahr österreichweit produziert. Die Steiermark baut auf einer Anbaufläche von 150 Hektar 2700 Tonnen Erdbeeren an und ist damit nach Nieder- und Oberösterreich der drittgrößte Produzent Österreichs. Lange haben die Erdbeeren in diesem Jahr auf sich warten lassen. Laut AMA hat die Saison wegen der ungünstigen Witterungsverhältnisse später als 2011 begonnen. Korona, Elsanta und Sonata lassen vielerorts die Erdbeerköpfe hängen – die Ernteausfälle sind groß – in der Steiermark bis zu 50 Prozent.
Wilde Verwandte
Je nach Wetter also dauert die Erdbeersaison noch etwa drei Wochen an. Die Sonne färbt an diesem Wochenende auch die Wildfrüchte dunkelrot. Wer Walderdbeeren sammelt, sollte sich beeilen – auch Tiere wie Dachse, Igel, Schnecken oder Rotkehlchen schätzen den intensiven Geschmack. Das ist auch gut so, denn wie die Verwandten im Gartenbeet müssen die Früchte gepflückt werden, um sich vermehren zu können.
Das Aroma von Wild- und Zuchtform setzt sich jedenfalls aus mehr als 300 Komponenten zusammen. Wie man sie am besten für sich entdeckt, ist den Rezeptideen zu entnehmen.
Features
Erdbeeren-Wissen
Je frischer Erdbeeren verarbeitet werden, umso besser. Wer keine Zeit zum Essen hat, püriert sie und friert das Mus ein. Erdbeeren tun dem Körper gut – 100 Gramm der roten Früchte bringen es auf rund 35 Kilokalorien, sind aber Kraftpakete für die Gesundheit. Keine Zitrusfrucht liefert mehr Vitamin C – zwei Hände voll Erdbeeren (etwa 175 Gramm) decken den durchschnittlichen Tagesbedarf eines Erwachsenen. Nicht nur die Früchte sind gesund, auch getrocknete Walderdbeerblätter finden Anwendung bei Verdauungsproblemen.
Geschichte
Für Verwirrung sorgt mitunter die Bezeichnung Ananas für besonders große reife Früchte. Die Bezeichnung war früher gängig, um die Gartenerdbeere (lat. fragaria ananassa) von der kleinen Walderdbeere zu unterscheiden. Die Südfrucht wurde Hawaii-Ananas genannt. Die Pineberrys, Ananaserdbeeren, hingegen sind eigene Sorten innerhalb der Gartenerdbeeren, sehen aber anders aus – sie sind kleiner, weiß, tragen rote Punkte und schmecken leicht nach Ananas. Als Pröbstlinge werden zumeist Hügelerdbeeren bezeichnet.













