Kleine Ode an den Puffmais
"Popcorn" – ein Wort, dass mann sich geistig im Munde zergehen lässt. Um dann schnell zur Mikrowellen-Tüte zu greifen und es richtig krachen zu lassen. Erst wenn eine Handvoll der dezent knackigen Flocken die eigene Mundhöhle füllt, kommt das wilde Tier namens Heißhunger gemächlich zur Ruhe.

Foto © Uros Petrovic - Fotolia.com
Popcorn hat sich als Ritual, das mit dem Betrachten bewegter Bilder einhergeht, längst unentbehrlich gemacht. Ursprünglich von Amerikas Ureinwohnern je nach Gelegenheit als Schmuck oder Orakel benutzt, avancierte der Puffmais in der amerikanischen Wirtschaftskrise parallel zum Aufstieg des Kinos zu einer der beliebtesten Knabbereien weltweit. Aus unserem Fernseh- und Kino-Leben ist es also längst nicht mehr wegzudenken. Knabbernd geben wir uns zartesten Gefühlsschinken und härtester Action hin. Der krachende Geräuschpegel stört uns dabei wenig. Weil er sich bestens dazu eignet, die eigenen Emotionen darin zu zermalmen – oder gerade zu verstärken.
Wer zufällig in so unmittelbarer Nähe zu einem Kino wohnt, dass er oder sie täglich um punkt 17 Uhr mit dem Duft der frisch gepufften Maiskörner beglückt wird, weiß, dass sich nicht jeder Versuchung durch Disziplin allein widerstehen lässt. In diesem Fall führt kein Weg am Kochtopf vorbei. Stellt sich die Popcorn-Lust erst einmal ein, hilft nur noch die Großproduktion. Eine Ikea-Holzschüssel-volle Ladung ist hübsch anzusehen, währt jedoch nicht lange. Dass der Mangel an Popcorn-Nachschub ein in internationalen Kreisen anerkanntes Phänomen ist, kann nicht bezweifelt werden. In Asien hat ein findiger Popcorn-Verkäufer die mengenmäßig perfekte Lösung gefunden.
Quelle © Youtube Popcorn-Kanone aus China
Haushaltsübliche Topfgrößen stillen den Popcorn-Hunger wie gesagt nur ungenügend. Doch damit wird die Herstellung erst zur richtigen Herausforderung. Popcorn in einem heißen Topf zubereitet – was ab der zweiten Ladung notgedrungen der Fall ist – hält einfach nicht, was es verspricht. Der Puffknackigkeitsfaktor nimmt proportional zur vorherrschenden Hitze ab. Während die erste Ladung optische und oral-taktile Hochgefühle beschert, wird die zweite Portion stets schlapp, zu klein und zu unknackig. Und somit unbefriedigend. Liegt das am Topf? Am Herd? Am Öl? Angeblich soll es ja Möglichkeiten geben, Popcorn völlig ohne Fett und auch sonst auf recht ungewöhnliche Weise zum Explodieren zu bringen – mit dem Handy.
Quelle © Youtube Popcorn mit dem Handy herstellen
Jaja, wer's glaubt? Wer gerade nicht acht Handys zur Hand hat, um seine Popcorn zuzubereiten, dem hilft nur ein kurzer Abenteuerausflug ins nächste Kino. Und manchmal auch der gute, alte Mikrowellenherd. Hier ein kleiner Vergleich.
Quelle © Youtube Popcorn - Kurzfilm
Mit dem Heißhunger ist es zudem ja so eine Sache. Derselbe will einfach gestillt werden, da hilft gar nichts. Wird er das nicht zur rechten Zeit, kann er sich schleichend, aber umso ausdrucksstärker zur Furie entwickeln, deren Ausbruch die Domestizierungs-Fähigkeiten des Einzelnen kurzum übersteigen. So kann es schon vorkommen, dass so manch einer dezent aus der Fassung gerät, wenn ihm sein geliebtes Geknabber mutwillig von Unbefugten weggefuttert wird. Die Auswirkungen dieses Phänomens zeigt das folgende Lehrvideo recht anschaulich.
Quelle © Youtube Angry Grandpa - Popcorn
Dinge, die man lieber nicht gesehen haben will? Nun, man kann zweifelsohne alles übertreiben. Dennoch lässt sich kurz und bündig zusammenfassen: Ist genug Popcorn im Haus, ist der Abend gerettet.
Quelle © Youtube Popcorn - Sendung mit der Maus












