Fleischer vor Gericht: Zwist um Gutachten
Der Villacher Unternehmer beteuerte am Donnerstag vor dem Landesgericht in Klagenfurt seine Unschuld. Weitere Zeugen werden gehört. Nach bekanntwerden des Listerienbefalls waren 10.000 Einheiten des Verhackerten aus dem Handel genommen worden.

Foto © KLZ/Fuchs | Symbolbild
Es sind ganze 300 Gramm Verhackertes, die die Geschäftsführer eines Kärntner Fleischereibetriebes am Donnerstag in Klagenfurt vor Gericht brachten. Eine winzige Menge verglichen mit den zig Tonnen Fleisch, die das Unternehmen jährlich produziert. Und dennoch hatte sie es in sich: Bei einer Routineprobe in einem Grazer Diskontmarkt wurden Listerien im Verhackerten gefunden - so viele, dass der erlaubte Grenzwert um das 54-fache überschritten wurde.
Weil dieser Wert eine Gesundheitsgefährdung bedeutet, wurden die Fleischer von der Staatsanwaltschaft wegen eines Vergehens gegen das Lebensmittelgesetz angeklagt. Den Beschuldigten schmeckt das gar nicht: Sie pochen darauf, dass es nur eine einzige Probe mit dem hohen Listerienwert gegeben hat, alle anderen Packungen aus derselben Produktions-Charge würden normal sein. Der Seniorchef beteuerte sogar "bei meiner Ehr'", dass im Betrieb die höchsten Hygienestandards eingehalten wurden.
Listerien schon 2009
Zahlreiche Gutachten, die im Prozessverlauf ans Licht kamen, sprechen eine andere Sprache. Schon seit 2009 sollen die Fleischermeister darüber informiert worden sein, dass im Betrieb Listerien festgestellt wurden. Zwar innerhalb der Grenzwerte, aber dennoch rieten die Gutachter dem Betrieb, besondere Vorsicht walten zu lassen. Die Firmenchefs wiesen die Gutachten zurück, weil die Verfasser keine Experten für Fleischereibetriebe wären. Richter Christian Liebhauser-Karl will das selbst von den Gutachtern hören: Er vertagte den Prozess.












