Hirter unter neuer Führung
Generationswechsel: Nikolaus Riegler löst seine Mutter Astrid Matchett-Krenn ab und führt mit Klaus Möller die Hirter Brauerei. Spezialbiere boomen, Zuwachs soll heuer weiter steigen.
Quelle © Filmvorschau | Foto: Kleine Zeitung DIGITAL Hirter: Erfolgsgeheimnis Tradition & Innovation
Der acht Monate alte Matthias verfolgte die denkwürdige Pressekonferenz in der Hirter Botschaft aufmerksam. Aus ihm wird gewiss auch einmal ein Bierbrauer, denn Familientradition wird hier großgeschrieben. Doch nun ist vorerst sein Papa dran: Nikolaus Riegler (32) tritt in die Fußstapfen seiner Mutter Astrid Matchett-Krenn als Brauereichef an der Seite von deren Bruder Klaus Möller. "Ich freue mich, dass ich mir in der Familie das Vertrauen erarbeiten durfte", stellte sich Riegler als künftiger geschäftsführender Gesellschafter mit 50 Prozent der Anteile an der Brauerei Hirt GmbH vor. Die anderen 50 Prozent hält Onkel und Co-Geschäftsführer Möller.
Osteuropa im Visier
Riegler will nicht nur mit dem Hirter-App und einer neuen Homepage Akzente setzen, sondern auch Osteuropa für den Hirter-Bierexport öffnen, der elf Prozent ausmacht und von Italien, Slowenien und Kroatien bis in die USA reicht. Aus Rumänien, wo Riegler die letzten Jahre selbstständig eine Werbe- und Internetagentur aufgebaut hat, bringt er nicht nur Gattin Irina mit, sondern auch beste Wirtschaftskontakte zur Expansion.
"Nicht pasteurisiert"
Besondere Aufmerksamkeit auf den neuen Märkten weckt Hirter mit dem Hinweis "Nicht pasteurisiert". Hirter Bier werde naturbelassen in einem Zweischichtverfahren filtriert und nicht wie Bier der meisten Industriebrauereien pasteurisiert (wärmbehandelt), berichteten Riegler und Braumeister Raimund Linzer.
Über Branchenschnitt
Die Qualität, mit vier deutschen Goldmedaillen ausgezeichnet, kommt bei den Konsumenten an. 2011 wurde der Hirter-Bierausstoß um 3,4 Prozent auf 155.000 Hektoliter gesteigert - über Branchenschnitt (2,9 Prozent). Heuer erwartet man fünf Prozent plus. Der Umsatz stieg um 2,2 Prozent auf 23,3 Millionen Euro. Möller: "Der Hirter Kräuterradler brachte mit 400.000 Litern ein dreistelliges Plus beim Radler." Wichtig der Zuwachs beim Pils (plus ein Prozent) und der 50-Prozent-Anteil Gastronomie. Riegler: "Wir gehen nicht in Preiskämpfe." Eine Linie, die schon Nelly Möller prägte, Matthias' Uroma, die mit 87 Jahren noch täglich durch die Brauerei geht.
Features
Ein besonderer Saft
Bier in Österreich:
172 Braustätten, Kärntens wichtigste: Villacher und Hirter
Über 1000 Biersorten
8,5 Millionen Hektoliter Inlandsabsatz im Jahr 2011. 67 Prozent davon werden im Handel abgesetzt
108 Liter Pro-Kopf-Verbrauch. Damit liegen die Österreicher hinter den Tschechen und vor den Deutschen weltweit an zweiter Stelle
Hirter Bier:
155.000 Hektoliter Ausstoß 2011, das waren 3,4 Prozent Zuwachs
23,3 Millionen Euro Umsatz, das bedeutete 2,2 Prozent Plus
50 Prozent stabiler Faßbieranteil. In der gesamten Bierbranche sinkt er und liegt bei nur 24,9 Prozent
400.000 Liter Hirter Radler im Jahr 2001 bedeuten 200 Prozent Plus
Ein Prozent legte Hirter Pils zu












