Pioniere des Kärntner Weinbaus
Seit 40 Jahren widmet sich die Familie Gartner im Lavanttal dem Weinbau und begründete damit eine neue Ära in der Geschichte des Rebensaftes. Ab Freitag wird das Jubiläum gefeiert.

Foto © Traussnig
Als Herbert Gartner 1972 am Burgstall bei St. Andrä die ersten eigenen Rebstöcke pflanzte, bewegte er sich auf historischem Boden. Denn der Vulgoname Weinzedl bedeutet Winzer und weist darauf hin, dass hier bereits in alten Zeiten Wein angebaut worden war. Gartner begann bescheiden. Auf 0,2 Hektar wuchsen gerade einmal 800 Rebstöcke. Aber bereits damals gab sich der gebürtige Burgenländer, der in Wolfsberg aufgewachsen war, die Wein- und Obstbauschule in Klosterneuburg besucht hatte und heute als ehemaliger Leiter der Obstbauversuchsanlage in St. Andrä den Ruhestand vorzugsweise im Weinberg verbringt, innovativ. Er setzte auf junge Sorten wie Zweigelt, Blauburgunder oder Weißburgunder.
Saure Sorten
"Tradiert war, dass der Lavanttaler Wein sauer ist. Das mag mit autochthonen Sorten zu tun gehabt haben, die nie wirklich reif wurden", erzählt Sohn Erwin Gartner, hauptberuflich in der Obstbauversuchsanlage tätig und nebenberuflich längst in die Fußstapfen des Vaters getreten. 1978 pachteten die Gartners bei Schloss Thürn am Fuße der Saualpe - der Vulgoname Weingartjörgl deutet ebenfalls auf früheren Weinbau hin - einen idealen Hang: Nach Süden hin steil abfallend, trocken und warm. "Um 1830 war auf diesem Hang die größte Rebfläche Kärntens beheimatet. Zu dieser Zeit wurden jene Mauerterrassen angelegt, die unsere Familie ab 1978 in mehreren Schritten rekultivierte", erzählt Erwin Gartner.
Vater Herbert ist stolz auf die prachtvollen Rebstöcke aus der Anfangszeit. "Es ist unsere wertvollste Anlage." Sauvignon blanc wächst hier auf 0,4 Hektar. Auf weiteren 2,5 Hektar breitet die Familie Gartner ihre Anbaufläche derzeit weiter aus. Die Südlage auf dem humusarmen und sandigen Boden wird das Anpflanzen von Sorten erlauben, die etwas später reifen. Und man will verstärkt auf Rotwein setzen, denn jetzt produziert man zu 90 Prozent Weißweine. "Die neuen Rebstöcke kaufen wir in Rebschulen in Deutschland", verrät Herbert Gartner. 3000 bis 3500 werden es pro Hektar sein.
Vorher wird heute und morgen das 40-Jahr-Jubiläum mit Veranstaltungen gefeiert. Da gönnt die Familie Gartner sich und ihren Gästen ein feines Tröpferl aus dem eigenen Keller. Gartner-Weine sind u. a. bei Metro, Wein & Co. und Interspar erhältlich.
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Herbert Gartner begann 1972 mit Profi-Weinbau Foto © Traussnig












