Winzer freuen sich über Ernteprognose
Die Steirer dürfen sich über g'schmackiges Gemüse und auf süffigen Wein freuen. Doch der nasse Juli und das trockene Frühjahr haben sich negativ auf Honig und Heu ausgewirkt.

Foto © Marija Kanizaj
Österreichweit dürfen die Weinbauern durchatmen. Die aktuelle Ernteprognose sieht sehr gut aus, im Vergleich zum Vorjahr rechnet Weinbauverbandspräsident Josef Pleil mit einer Steigerung von bis zu 40 Prozent. Und auch in der Steiermark, wo etwa zehn Prozent der bundesweiten Anbaufläche bewirtschaftet werden, hofft man auf gute Erträge. Weinbaudirektor Werner Luttenberger: "Wir erwarten heuer eine Ernte von 21 Millionen Liter. Was gleichbedeutend mit einem guten Erntejahr wäre." Im Vorjahr mussten sich die Weinbauern mit 17 Millionen Liter zufriedengeben. Gemeinsam mit dem Ernteergebnis des Katastrophenjahres 2009, damals war ein Drittel der Anbaufläche von Hagelschäden betroffen, führten diese Zahlen zu einem "Notstand" in den heimischen Weinkellern. "Ja, die Keller sind leer, aber heuer füllen wir sie wieder mit qualitativ hochwertigen Produkten auf. Da bin ich sicher", erklärt der südsteirische Winzer Gerhard Wohlmuth, der im Verkauf mit einer Preissteigerung von fünf bis acht Prozent rechnet. Der Grund dafür seien immer höher werdende Produktionskosten. Die Hitze in letzter Zeit hat den Trauben nicht geschadet, dafür den Erntebeginn etwas nach vorne gelagert. Normalerweise starten die Winzer Mitte September, heuer haben einige damit bereits begonnen.
Gute Erträge werden heuer auch im Gemüsebau erwartet. Während sich so mancher Hobbygärtner mit Blattfäulnis herumplagt, gedeihen die professionellen Paradeiskulturen dank Folienschutz ausgezeichnet. Sorgen bereitet der Landwirtschaftskammer der Preis für Tomaten, aber auch für Gurken. "Erstens spürt man noch die Nachwirkungen der EHEC-Krise", erklärt Sprecherin Rosemarie Wilhelm. Zweitens hätten die Konsumenten im kühlen Juli weniger Lust auf Gemüse gehabt. Drittens gäbe es in Europa eine Überproduktion. Und zu guter Letzt wäre Russland als wichtiger Handelspartner ausgefallen, holländische und deutsche Produkte würden daher verstärkt auch am österreichischen Markt angeboten.
Wenig erfreulich sind auch die Erträge beim Rinderfutter. Die Trockenheit zu Jahresbeginn führte beim Heu, also bei der ersten Mahd, zu massiven Einbußen von rund 30 Prozent. Im Mur- und Mürztal sowie der nördlichen Oststeiermark lag das Minus sogar bei 50 Prozent. Zweiter und dritter Schnitt waren zwar zufriedenstellend, der Rückstand damit aber nicht mehr aufzuholen. Futter zuzukaufen ist daher für die Rinderbauern entsprechend teuer.
Gespalten ist Maximilian Marek von der steirischen Imkerschule beim Jahr 2011: "Das Frühjahr war optimal und so konnten wir sämtliche Blütenhonige angefangen vom Ahorn- bis hin zum Lindenhonig ernten." Ab Mitte Juni machte das Schlechtwetter den Imkern einen Strich durch die Rechnung und ließ die Waldhonig-Ernte schlecht ausfallen. Marek rechnet mit einer Million Kilogramm, wobei zwei Drittel Blüten- und ein Drittel Waldhonig seien. Und: "Leider wissen nur wenige Konsumenten, dass der Blütenhonig nur heller, aber bestimmt nicht schlechter als der Waldhonig ist."













