"Dreisteste Werbelüge des Jahres"
Es ist nicht alles Gold, was in der Werbung glänzt: Konsumenten konnten darüber abstimmen, welcher Lebensmittelhersteller den "Goldenen Windbeutel" bekommt - "Sieger" wurde die Milchschnitte, die zu 60 Prozent aus Fett und Zucker bestehen soll.

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2011 ging der Negativpreis an Ferreros Milch-Schnitte - nach Verbraucheransicht jenes Produkt, das "die dreisteste Werbelüge des Jahres" verbreitet. Die besonders bei Kindern beliebte Süßspeise wird von Spitzensportlern als Werbepartner als "leichte Zwischenmahlzeit" angepriesen. Tatsächlich bestehe eine Milch-Schnitte aber zu etwa 60 Prozent aus Fett und Zucker.
"Ausgewogen" und "sportlich"
Nach Angaben von Hersteller Ferrero widerspricht der Konsum einer Milch-Schnitte als Zwischenmahlzeit prinzipiell nicht einem "ausgewogenen, sportlichen Lebensstil". Mit Sportlern als Werbepartner werde zum Ausdruck gebracht, "dass Ernährung und Bewegung zusammen gehören".
"Angesichts der alltäglichen Irreführung durch die Lebensmittelindustrie haben die Verbraucher allen Grund, sauer zu sein", erklärte Anne Markwardt von der deutschen Verbraucherschutzorganisation Foodwatch in Berlin. Jede Stimme beim "Goldenen Windbeutel" zeige den Herstellern, dass die Menschen mit ihren Werbepraktiken nicht einverstanden seien. Die Organisation wendet sich mit der Kampagne gegen irreführende Werbepraktiken von Lebensmittelherstellern. Dazu stellt sie auf ihrer Internetseite regelmäßig Produkte vor, die nach ihren Angaben nicht halten, was sie versprechen.
Nominiert für den Negativpreis war unter anderem auch das Joghurt der Marke Activia, der nach Meinung der Verbraucherorganisation "weder eine Wunderwaffe gegen Verdauungsbeschwerden noch ein Garant für perfektes Darmwohlbefinden" ist. Nach Aussage von Danone gilt es hingegen als "wissenschaftlich belegt, dass Activia bei täglichem Konsum dazu beitragen kann, eine träge Verdauung zu regulieren und ein aufgeblähtes Gefühl zu reduzieren". Von einem Suggerieren größerer Effekte von Activia, wie es Foodwatch dem Konzern vorwerfe, könne keine Rede sein.
"Wertvolle Vitamine"
Ein weiterer Kandidat für den "Goldenen Windbeutel" waren die Nimm2-Bonbons des Herstellers Storck, dem Foodwatch irreführende Werbung mit Vitaminzusätzen vorwirft. Der Hersteller werbe mit "wertvollen Vitaminen", die in der Regel völlig überflüssig seien. Kindern werde dadurch suggeriert, dass sie ihren Vitaminbedarf auch mit Süßigkeiten statt mit Obst und Gemüse decken können, kritisiert Foodwatch. Storck betont hingegen, dass Verbraucher das Bonbon seit Jahren "gerade wegen des Vitaminzusatzes" schätzten, der einen "zusätzlichen Nutzen" bringe.
Ebenfalls vorgeschlage waren die Mini-Würstl - offenbar extra gesalzen und Gurkerln aus angeblich "handwerkliches Produkt" in der Konserve - samt Farbstoffen.
Features
Umfrage
Eine von Foodwatch eingesetzte Jury wählte in Deutschland fünf Kandidaten aus, letztlich konnte die "Milchschnitte" den unrühmlichen ersten Platz abstauben. Konsumenten konnten bis zum 16. Juni online ihre Stimme abgeben.












