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    Zuletzt aktualisiert: 02.05.2011 um 16:10 UhrKommentare

    Unsere tägliche Dosis Gift

    Wir leben im Überfluss. Wir leben aber auch in der Unsicherheit: Wie viele Gefahren birgt unser Essen? Keine, heißt es offiziell. Viele, sagen Greenpeace und Co.

    Gefahr durch Pestizide in Obst und Gemüse

    Foto © APGefahr durch Pestizide in Obst und Gemüse

    Bisphenol A ist eine Alltags- chemikalie, an der man kaum vorbeikommt. Sie steckt in Babyflascherln, in CD-Hüllen oder Plastikfolien für Lebensmittel. Laut Global 2000 sind die Grenzwerte dafür in der EU viel zu hoch.

    Die Umweltorganisation unterstellt der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), Gefälligkeitsgutachten zugunsten der Industrie zu erstellen - weil einige Gremiumsmitglieder auch im Sold verschiedenster Firmen stünden.

    Auch der US-Toxikologe Frederick vom Saal behauptet, dass Studienergebnisse zur Wirkung von Bisphenol A hauptsächlich vom Geldgeber der Studien bestimmt werden. So zeige keine der industriefinanzierten Untersuchungen gesundheitsrelevante Effekte, während die überwiegende Mehrheit der unabhängigen Studien Niedrig-Dosis-Effekte der Chemikalie nachweisen.

    An der Universität von North Carolina wurde die Wirkung von Bisphenol A an Ratten getestet. Die Forscher verabreichten den Tieren die Chemikalie und hielten sich dabei streng an die Grenzwerte, die als unbedenklich gelten. Doch die Resultate waren grausig: Rattenweibchen entwickelten Fehlbildungen der Eierstöcke, die Fortpflanzungsprozesse waren gestört, bei vielen fiel der Eisprung aus.

    Pestizide

    Eine andere unsichtbare Gefahr, die wir mit Nahrungsmitteln zu uns nehmen, sind Pestizide - Pflanzenschutzmittel, wie sie in der konventionellen Landwirtschaft vorkommen. Weltweit werden rund 500 Pestizidwirkstoffe in 5000 unterschiedlichen Zusammensetzungen eingesetzt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es drei Millionen Opfer mit einer akuten Pestizidvergiftung. Im besten Fall kommt es zu Kopfschmerzen, Hautproblemen und Verdauungsschwierigkeiten, im schlimmsten zu Atemstillstand, Krebs oder Parkinson. Greenpeace untersuchte im Vorjahr Treibhaus-Salate und entdeckte dabei jede Menge Pestizide, womit sie als Risikoprodukte eingestuft werden müssten. Fast 90 Prozent aller Kopfsalat- und Rucolaproben wiesen Rückstände auf. Außerdem wies Greenpeace bei seinem Test ein in der EU nicht zugelassenes Pestizid bei Kopfsalat nach: das Nervengift Tolclofos-Methyl.

    Auch bei Tafeltrauben finden Umweltschutzorganisationen immer wieder Pflanzenschutzmittel-Rückstände wie Folpet und Spiroxamin. Erik Millstone von der Universität Essex ist überzeugt, dass die Grenzwert-Daten der Pestizide in Nahrungsmitteln "für die Industrie sind, nicht für die Verbraucher".

    Gift-Cocktail

    Hermann Kruse, Toxikologe an der Universitätsklinik in Kiel, führt noch weiter: "Das Problem an Pestiziden in der Nahrung besteht darin, dass es in aller Regel nicht nur ein einziges Pestizid ist, sondern es ist ein Cocktail von sieben, acht Pestiziden, die einzeln zwar unter dem Grenzwert liegen, aber im Mix zu toxikologisch relevanten Schäden führen können." Die Menge macht das Gift - sagte schon Paracelsus.

    Zu diesem Schluss kommt auch Marie Monique Robin, die zwei Jahre lang für ihren Film "Unser täglich Gift" recherchierte. Besonderes Augenmerk legte die französische Dokumentarfilmerin dabei auf Aspartam, einen seit Jahrzehnten umstrittenen künstlichen Süßstoff, wie er in Light-Getränken, Zuckerln, Kaugummi vorkommt. Aspartam könne zum Entstehen von Hirntumoren beitragen, warnte schon 1996 der US-Neuropsychiater John Olney. Ohne Erfolg. 2007 hat die italienische Ramazzini-Stiftung Ergebnisse einer Studie zur Karzinogenität von Aspartam in Ratten veröffentlicht. Ohne weitere Wirkung. Erst heuer teilte die EFSA erneut mit, dass Aspartam nicht gesundheitsschädlich sei.

    Fragt sich nur, warum Krebs vor allem in Industrieländern vorkommt. In Regionen Indiens, wo es wenig industrialisierte Landwirtschaft gibt, ist Krebs praktisch fremd - abgesehen vom Zungenkrebs, weil so viel Betelnuss gekaut wird. Den Indern hilft offenbar auch das Gewürz Curcuma, das krebshemmend ist. Nächste Folge: Lebensmittelsicherheit

    MANUELA SWOBODA

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