Essen landet tonnenweise im Müll
Gemüse, Brot, Fleisch, Obst: 700 Tonnen teils genießbare Lebensmittel landen jährlich im Lavanttal im Müll. Tendenz steigend.

Foto © APA/EPAOft sind die weggeworfenen Lebensmittel noch genießbar
Pro Person landen jährlich zwischen zehn und 15 Kilo Lebensmittel im Restmüll privater Haushalte. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren ist das ein leichter Anstieg", weiß Gerald Steiner, Geschäftsführer des Abfallwirtschaftsverbandes Lavanttal. Das ist das Ergebnis von Restmüll-Sortieranalysen, die österreichweit durchgeführt werden.
"Das Lavanttal liegt etwas unter dem Österreich-Schnitt, aber nicht viel", sagt Steiner. Ihm zufolge gäbe es Städte, in denen pro Einwohner 16 bis 20 Kilo Lebensmittel pro Jahr weggeschmissen werden. Ein Beispiel: "In Wien wird täglich eine Brotmenge weggeworfen, die ausreichen würde, um die Stadt Graz mit Brot zu versorgen", sagt Steiner.
Originalverpacktes Essen
"Die Lebensmittel im Restmüll sind zum Teil noch originalverpackt und oft sogar noch genießbar", sagt Steiner, der ein Rechenbeispiel anstellt: "Rechnet man pro Kopf jährlich mit zwölf Kilo Essen im Müll, dann sind das auf die Lavanttaler Bevölkerung umgerechnet 700 Tonnen an teilweise genießbaren Lebensmitteln."
Vor allem Gemüse, Brot, Süß- und Backwaren, Fleisch, Obst und Molkereiprodukte landen im Eimer. Alleine die Entsorgungskosten für die 700 Tonnen Lebensmittel - die man in 2,3 Millionen Wiener Schnitzel oder vier Millionen Wurstsemmeln umrechnen könnte - machen laut Steiner 136.500 Euro aus.
Laut Studie gibt es ein Stadt-Land-Gefälle. "In Stadtgemeinden landet mehr Essen im Müll als in kleinen Gemeinden", sagt Steiner. In Landgemeinden werfe jeder Bewohner pro Jahr angebrochene und originalverpackte Lebensmittel im Wert von 78 Euro weg, jeder Stadtbewohner sogar im Wert von 191 Euro. Gründe? "Es hängt wohl auch damit zusammen, dass ältere Personen - von der Kriegs- beziehungsweise Nachkriegszeit geprägt - nie Essen weggeschmissen haben. Jetzt, wo die jüngere Generation nachrückt, wird oft nicht so bewusst mit Lebensmitteln umgegangen", sagt Steiner.
Features
Zahlen, Daten, Fakten
Analyse. Restmüll-Sortieranalysen des Abfallwirtschaftsverbandes Lavanttal haben ergeben, dass sich im Restmüll privater Haushalte viele Lebensmittel befinden, die zum Teil noch originalverpackt oder nur angebrochen sind.
Anteil. Pro Lavanttaler landen jährlich zehn bis 15 Kilo Lebensmittel im Restmüll. Rechnet man mit zwölf Kilo pro Person, so sind das 700 Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Bezirk.
Lebensmittel. Hauptsächlich werden Gemüse, Brot, Süß- und Backwaren, Fleisch, Obst und Molkereiprodukte weggeschmissen. Oft sind die Produkte noch genießbar und originalverpackt.
Kosten. Die Entsorgungskosten für die 700 Tonnen Lebensmittel, die pro Jahr im Lavanttal anfallen, belaufen sich auf 136.500 Euro.













