Der Spezialist für alles, was süß und cremig ist
Josef Liotta (49) aus Finkenstein produziert alles, was süß und cremig ist: Der österreichische Marktführer für Dessertsoßen stellt tonnenweise Speiseeis, süße Saucen und sogar essbare Bodypaintingfarben her.

Foto © ZoreJosef Liotta produziert 600 Tonnen an Soßen pro Jahr, die nun auch über sein eigenes Eis geträufelt werden können
Mit der Firma Liotta verhält es sich wie mit den meisten leckeren Desserts: Von außen sehen sie unscheinbar aus, doch der innere Energiegehalt ist gewaltig! Der Finkensteiner Betrieb ist seit 24 Jahren am Standort in Gödersdorf angesiedelt, seit genau 15 Jahren führt Josef Liotta die Geschäfte mit den pastösen, süßen Leckereien. Er produziert dort 600 (!) Tonnen Dessertsoßen pro Jahr und lagert derzeit rund eine Million Liter Speiseeis, die verliefert werden.
Eis mit Soßen
"Eigentlich ist unser Name seit knapp 50 Jahren eng mit Speiseeis verbunden. Mein Vater Salvatore eröffnete den ersten Eissalon in Villach. Zuerst hatte er direkt in Finkenstein eine Produktionsstätte und später mit seiner Idee für Dessertsoßen verlagerte er sie nach Gödersdorf", erzählt der Unternehmer. Durch wirtschaftliche Veränderungen wurde zwischenzeitlich die Eis-Erzeugung eingestellt, doch im vergangenen Herbst hat der 49-Jährige wieder damit begonnen. "Wir sind jetzt also das einzige private Unternehmen in der Speiseeis-Industrie in ganz Österreich", sagt er stolz. Mittlerweile stellt er in einer Produktionsgemeinschaft mit 110 Personen in Ungarn Eigenmarken für Lebensmittelketten und 15 Geschmacksrichtungen von "Taormina-Eis" her. Hervorheben möchte Liotta dabei nicht nur den Namen - es ist die Geburtsstadt seines Vaters -, sondern auch die Rezeptur: "Sie ist original sizilianisch und wird mit modernsten Mitteln hergestellt!"
Auch in Gödersdorf läuft die Produktion von Dessertsoßen mit acht Mitarbeitern derzeit auf Hochtouren. "Im Frühjahr arbeiten wir oft in Doppelschichten. Mit der 700.000 Euro teuren Anlage, die prozessgesteuert und automatisch arbeitet, können wir jetzt bis zu 5000 Flaschen pro Stunde abfüllen", erklärt Liotta.
Frische Milch
Geliefert werden die dickflüssigen Köstlichkeiten in alle Welt - unter anderem stellt er auch essbare Bodypainting-Farbe in den Geschmacksrichtungen Schoko, Karamell, Himbeere und Nuss her. "Die liefern wir etwa nach England. Zwei Drittel unserer Produkte bleiben in Österreich, dann folgen Deutschland, Italien und andere EU-Länder." Auch die Verwendung von frischer Milch bei den Soßen ist ungewöhnlich. "Die qualitätsvolle Kärntnermilch ist hier unser Partner. Verglichen mit den Mitbewerbern sind wir die Einzigen, die mit der frischen Zutat arbeiten können", betont Liotta. Verhandlungen, um den Kärntner Rohstoff künftig auch für die Eisproduktion verwenden zu können, sind derzeit noch im Laufen. Wöchentlich bringt ein Sattelzug 24 Tonnen Zucker und mehrere Tausend Kilogramm Kakao. Dennoch hegt Liotta weiter große Pläne: "Mein Ziel ist es, das Produktionsvolumen noch um gute 30 Prozent zu steigern."
Features
LIOTTA IN ZAHLEN
Geschichte. Firmengründer Salvatore Liotta eröffnete 1956 den ersten Eissalon in Villach. Zuerst produzierte er sein Eis in Mallestig/Finkenstein, 1986 baute er die Fabrik in Gödersdorf, die Sohn Josef 1995 übernahm.
Soßen. Liotta erzeugt in Gödersdorf Dessertsoßen in 15 verschiedenen Geschmacksrichtungen und Füllungen für die Backindustrie. Menge: 600 Tonnen pro Jahr. Abnehmer sind Eissalons, Gastronomie, Hotellerie und Patisserie. Auch Eigenmarken für Großhandel und Heimdienste (Eismann).
Eis. Bis 1994 und jetzt seit Herbst produziert Liotta wieder eigenes Eis. Derzeit für Österreich und Südtirol.
Besonderheit. Für die Dessertsoßen wird frische Milch verwendet.












