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Zuletzt aktualisiert: 25.03.2010 um 15:46 UhrKommentare

Ostern ist Selchfleischzeit

Die Ostertage sind die Feiertage der Lebensfreude, es ist das älteste Fest der christlichen Religion und neben Weihnachten das bedeutendste.

Foto © Scheriau

Zu Ostern geht die 40-tägige Fastenzeit zu Ende. Das bedeutet nicht zuletzt auch, dass die Lust am Fleisch "offiziell" wieder voll und ganz erlaubt ist. In Österreich ist Ostern Selchfleischzeit. Nur zu Weihnachten wird mehr davon konsumiert.

Das typische Osterfleisch ist geselcht, das in reichlich heißem Wasser gekocht wurde. Verwendet werden Schinkenstücke, Teilsames, Selchwürste, Schweinsbraten. Zu Ostern 2003 wurden rund 1.700 Tonnen davon verspeist (in der Zeit vor und um Weihnachten 1.900 Tonnen), berichtete die AMA.

Selchfleisch ist auch untrennbar mit österreichischen Osterbräuchen verbunden. Ein vor allem im ländlichen Raum gepflegter Brauch ist die Fleischweihe. Dabei kommen die Menschen mit Körben voller Köstlichkeiten in die Kirchen und Kapellen, um die mitgebrachten Speisen segnen zu lassen. Allein in der Steiermark etwa nehmen an den Segnungen jährlich rund 250.000 Menschen teil. Dabei werden neben dem Fleisch auch Osterbrot, hart gekochte Eier und Wein des kirchlichen Segens teilhaftig.

Lamm bleibt rare Spezialität

Lamm bleibt bei uns auch zu Ostern eine eher rare Spezialität. Auf das gesamte Jahr 2003 gerechnet, verzehrte der Österreicher knapp ein Kilo davon. Dabei wäre laut AMA Lamm wegen seiner starken Symbolkraft das "richtige" Osteressen. Entstanden ist das Osterlamm aus dem Ritual der Juden, zum Pessah-Fest ein Lamm zu schlachten. Dabei gilt das Tier als Symbol der Fruchtbarkeit, aber auch der Reinheit und friedlichen Lebensweise. In der christlichen Kirche ist es zum Lamm Gottes geworden und wird mit der Fahne, dem Zeichen des Sieges, dargestellt.

Der Ruf des Hasen im frühen Christentum war ein äußerst fraglicher. Er galt wegen seiner Fruchtbarkeit als leibhaftiges Symbol für Unzucht und unnatürliche Geschlechtslust. So kam es, dass Papst Zacharias im Jahr 751 sogar den Genuss von Hasenfleisch verbot. Dieser "Teufelsbraten" stellte für den keuschen Christen angeblich eine Gefahr dar. Dennoch ließ sich das flinke Tier nicht verdrießen und ist heute zum alleinigen Ostereier-Lieferanten geworden.


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