Trittbrettfahrer auf der Alm
Der steirische Fleisch-Zampano Karl Schirnhofer will mit der Marke "Almo" expandieren. Wermutstropfen: Viele Wirte haben "Almo" auf der Speisekarte, aber nicht in der Pfanne.

Foto © APA/Sujet530 Bergbauern machen mittlerweile beim "Almo"-Programm mit und liefern pro Jahr 4500 Almochsen ab
Die Erfolgsgeschichte der Almbauern aus der Region Teichalm-Sommeralm ist sogar resistent gegen die Krise. Karl Schirnhofer, der aus der Alm-ochsen-Marke "Almo", von Bergbauern einst kreiert, eine starke Handelsmarke formte, setzt weiter auf Expansion. Fleisch und Wurst der ganz naturnah gehaltenen Rindviecher haben wesentlich dazu beigetragen, dass das Unternehmen mit Sitz im oststeirischen Kaindorf mit 190 Umsatzmillionen zum zweitgrößten heimischen Fleischverarbeiter aufgestiegen ist.
Der größte Teil wird über die 230 eigenen Feinkost-Filialen in den Zielpunkt-Märkten vertrieben, immerhin ein Viertel der Produktion - darunter auch Schweinernes in Premium-Qualität - geht schon in den Export. Der Erfolg animierte sogar etliche Wirte, als "Trittbrettfahrer" mitzunaschen. Zähneknirschend hört Schirnhofer immer wieder von Wirten und Restaurant-Chefs, die ihren Gästen auf der Speisekarte Fleischiges vom "Almo" versprechen, aber gar nicht seine Kunden sind. Das sei eine "Täuschung der Konsumenten", mahnt er, weil es hier um Qualität geht.
Ein Jahr auf der Alm
Ochsenfleisch sei nämlich das Beste, was die Gattung Rind bereit hält, versichert Schirnhofer: "Fleisch vom Stier kann nie so gut sein". Und die "Almo"-Tiere der oststeirischen Bergbauern seien wiederum das Beste vom Besten, gibt er sich unbescheiden. Ochsen wachsen 22 bis 36 Monate heran. Stiere, die man in jedem x-beliebigen Stall mästen könne, müssten gewöhnlich nach nur 16 Monaten zur Schlachtbank. Die Differenz werde in der Pfanne, im Backrohr und natürlich auf dem Teller deutlich. Das wert- und geschmackvolle intramuskulöse Fett wachse erst nach rund zwei Jahren ins Fleisch der Ochsen hinein, erklärt der gelernte Fleischhauer. Dazu gibt es bei den "Almo"-Ochsen die Vorgabe, dass die Tiere ein Jahr auf der Alm sein müssen, dass das Futter gentechnikfrei sein muss und die Tierschützer von "4 Pfoten" streng kontrollieren.
Stabile Preise
Fast alle führenden heimischen Wirte und Köche setzen auf Original-"Almo" und kaufen es auch bei Schirnhofer. 530 Bergbauern machen mittlerweile beim "Almo"-Programm mit und liefern pro Jahr 4500 Almochsen ab.
Der Lohn der Mühe: Während die Rinderpreise stets stark schwanken, garantiert die Teilnahme am "Almo"-Programm den Bauern stabile, steigende Preise. Diese Erfolgsgeschichte wird bald auf besondere Weise sichtbar. Im Werk in Kaindorf geht Ende September eine weitere Ausbaustufe in Form einer "gläsernen Fabrik" in Betrieb.
Features
Die Kriterien für "ALMO"
- ALMO ist zu 100% österreichisches Qualitätsalmochsenfleisch
- gentechnikfreie Fütterung
- ALMO steht für artgerechte Tierhaltung: im Sommer Alm-Weidehaltung, im Winter große Freilaufställe
- ALMO steht für artgerechte Ernährung: frische Almgräser und Kräuter, klares Quellwasser im Sommer, sowie österreichischer Getreideschrot und Heu im Winter bilden die natürliche Nahrungsbasis unserer Tiere
- Ein spezielles Reifeverfahren garantiert zartes Rindfleisch höchster Qualität.












