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    Zuletzt aktualisiert: 07.11.2008 um 14:32 UhrKommentare

    Kein leichter Vogel, die Martinigans

    250.000 Stück der berühmten Martinigansln werden jedes Jahr im Backrohr der Österreicher und Österreicherinnen gebraten.

    Den hohen Kaloriengrad sieht man den Ganserln gar nicht an ...

    Foto © APDen hohen Kaloriengrad sieht man den Ganserln gar nicht an ...

    Jedes Jahr, rund um den 11. November, landen sie zuerst auf unseren Tellern und schließlich auf unseren Rippen. Denn mit 343 Kilokalorien pro 100 Gramm fallen die Martinigänse nicht gerade unter die Kategorie "light". Doch sie gehören zum Namenstag des Heiligen wie die Laternenfeste der Kinder. Gut 250.000 Stück werden von den Österreichern und Österreicherinnen im November verspeist.

    Zuchtvogel

    Über das ganze Jahr gesehen, gönnt sich jeder Österreicher 0,2 Kilogramm Gans und lässt sich dazu 0,5 bis 0,6 Kilogramm Rotkraut schmecken. Mehr als 90 Prozent der Festtagsvögel stammen jedoch aus dem Ausland. Während in Österreich praktisch alle Gänse frei über die Wiesen watscheln und sich in satten 28 Wochen ihr Gewicht anfressen, werden ihre ungarischen, französischen und polnischen Leidensgenossen in zwölf Wochen mit Mais gefüttert - und damit fett. Gleich große Exemplare verlieren dieses beim Braten ihren Speck und entpuppen sich so als "Mogelpackung". Damit relativiert sich auch der Dumping-Preis in manchen Supermärkten.

    Kalorienbombe

    Wie beseitigt man die Folgen der lukullischen Schlemmerei - immerhin 1.300 Kalorien pro Portion wieder? Auch innerhalb der eigenen vier Wände gibt es dazu ausreichend Möglichkeiten: Nach sieben Stunden und 15 Minuten Bügeln sollte die Kalorienrechnung wieder ausgeglichen sein, da man bei dieser Hausarbeit - ohne den Grundumsatz des Körpers - 91 Kalorien pro 30 Minuten verbraucht, so die Daten des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin. Oder man sitzt alles bequem aus: Zwei Fasttage auf der Fernsehcouch genügen, um die Gans post mortem noch einmal zu verbrennen.

    Gansl-Rezepte zum Nachkochen

    Bevor wir uns aber über die Kalorienverbrennung Gedanken machen, muss die Gans erst einmal zubereitet werden. Unser Dagobert hat auch für dieses Festmahl einige Rezepttipps auf Lager. Gutes Gelingen und guten Appetit!

    APA / Waltraud Zechner

    Historisches

    Die Martinigans wurde im Jahr 1171 erstmals urkundlich erwähnt. Damals erfüllte sie einen anderen Zweck, als Feinschmeckern einen weiteren Höhepunkt im kulinarischen Jahreskreis zu bieten. Zu Martini - dem Festtag des Heiligen Martin von Tours am 11. November - endete früher das bäuerliche Arbeitsjahr. Die Knechte erhielten ihren Lohn und bekamen als Draufgabe eine Gans. Vor der kargen Winterzeit musste nämlich die Geflügelschar stark dezimiert werden.


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