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Zuletzt aktualisiert: 10.09.2010 um 15:29 UhrKommentare

Chinesische Filme hoch im Kurs

Kurz vor Ende der Filmfestspiele zeigen sich die chinesischen Filme als Favoriten. "Detective Dee and the Mystery of Phantom Flame" und "The Ditch" haben bei den Journalisten die Nase vorne.

Der chinesische Regisseur Tsui Hark bei der Premiere von "Detective Dee and the Mystery of Phantom Flame".

Foto © APDer chinesische Regisseur Tsui Hark bei der Premiere von "Detective Dee and the Mystery of Phantom Flame".

Bei den 67. Filmfestspielen in Venedig feiern mit "Drei" von Tom Tykwer und "Barneys Version" von Richard J. Lewis die beiden letzten Wettbewerbsfilme ihre offizielle Premiere. In der Gunst der Kritiker, als deren Barometer die täglichen Updates der Festivalzeitschrift "Venezia News" gelten, liegt eindeutig der chinesische Film "Detective Dee and the Mystery of Phantom Flame" von Tsui Hark vorne, gefolgt von einigen politischen Filmen.

Der in Saigon aufgewachsene 59-jährige Regisseur, der als eine der bedeutendsten Figuren des Hong-Kong-Kinos der 1980er und 1990er Jahre gilt, geht in "Detective Dee" zurück in das 7. Jahrhundert. Er zeigt einen Kung-Fu-Krimi rund um die Inthronisierung der ersten Kaiserin Chinas, die auf wenig Gegenliebe stößt. Der beste Detektiv der Tang-Dynastie, Dii Renjie (Andi Lau), soll herausfinden, wer ihre größten Feinde sind.

Überraschungsfilm "The Ditch"

Mit "The Ditch" von Wang Bing, der als Überraschungsfilm nachnominiert wurde, ist ein weiterer chinesischer Film laut der internationalen Kritik in der engeren Wahl um einen Löwen. Es ist der erste Film aus China, der über das Grauen der Umerziehungslager in der Wüste Gobi berichtet. Dorthin wurden Maos Gegner und Kritiker Ende der 1950er Jahre verfrachtet, um ihnen den Widerstand auf brutale Art und Weise auszutreiben.

Für Aufsehen sorgte auch der Wettbewerbsfilm "Post Mortem" des Chilenen Pablo Larrain. Vor zwei Jahren machte er mit "Tony Manero" in Cannes auf sich aufmerksam. Auch sein neuer Film hat mit dem Tod zu tun. Ein Bestattungsunternehmer verehrt heimlich seine Nachbarin, eine Tänzerin. Als diese nach dem Militärputsch 1973 plötzlich verschwindet, begibt er sich auf die Suche nach ihr.

Durchaus begeistert zeigte man sich am Lido auch von dem neuen Film Sofia Coppolas, "Somewhere". Als "Glanzlicht" wird der Wettbewerbsfilm etwa von der deutschen Tageszeitung "Die Welt" bezeichnet. In "Somewhere" schildert die Tochter von Francis Ford Coppola die Läuterung eines gelangweilten Superstars, dessen Leben aus Presseterminen, Hotelzimmern und Affären besteht. Als er auf seine Tochter aufpassen muss, beginnt er sich für mehr als seinen Ferrari zu interessieren.

Quentin Tarantino, dem Vorsitzenden der internationalen Jury, scheinen die Filmfestspiele sichtlich Spaß zu machen. "Mille Grazie", ruft er dem Publikum gut gelaunt bei den Vorführungsterminen der Wettbewerbsfilme zu - und lässt sich gerne mit Fans fotografieren.

Morgen Abend werden die Preise vergeben. Zu sehen ist außerdem der Abschlussfilm "The Tempest", der außer Konkurrenz im Wettbewerb läuft. Der Streifen basiert auf dem gleichnamigen Stück von William Shakespeare, Helen Mirren spielt die Hauptrolle.


Filmfestspiele Venedig

www.labiennale.org

Die 69. Filmfestspiele von Venedig finden vom 29. August bis zum 08. September 2012 statt.

Biennale-Fotoserien

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