Premiere von "tschuschen:power" in Graz bejubelt
Fünfteilige Serie mit migrantischen Jugendlichen erfolgreich in Graz präsentiert - Regisseur Jakob M. Erwa hatte "mörderanstrengende Zeit" - Ab 30. März im ORF

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Als eine "Perle in den Händen des ORF" hat Heinrich
Mis, Filmchef des Senders, die fünfteilige TV-Serie
"tschuschen:power" von Jakob M. Erwa bei der Premiere gestern,
Mittwoch, Abend bei der Diagonale bezeichnet. Bereits im Vorjahr
wurden zwei Folgen des flotten Jugendformats über Wiener Schüler mit
migrantischem Hintergrund in Graz vorgestellt - nun wurde die gesamte
ORF-Produktion ausgiebig bejubelt. Mit Recht, darf man sagen, denn
der frühere Diagonale-Sieger Erwa sorgt mit schnellen Schnitten,
eingängiger Balkan-Musik und humorvollen Alltagsminiaturen für gute
TV-Unterhaltung - auch im Kino.
Hit-Potenzial. Wenn die Serie ab 30. März im Fernsehen ausgestrahlt wird, soll
sie naturgemäß vor allem ein junges Publikum ansprechen. Im Gegensatz
zu Eigenproduktionen wie "Mitten im Achten" hat "tschuschen:power"
jedoch tatsächlich Hit-Potenzial. Die Jugendlichen mit den
unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen wurden von der Straße
weg gecastet und spielen sich in den fünf Folgen schnell in die
Herzen der Zuschauer. Und eine ordentliche, wenn auch zumeist recht
oberflächliche Portion Sozialkritik verleiht den kleinen Geschichten
auch aktuelle Relevanz.
Klischeehaft aber authentisch. Der politische Hintergrund wurde von Erwa geschickt plakativ
eingeflochten, die Angst vor Abschiebung oder die Angst vor anderen
Kulturen ist einfach genauso ein Thema wie die typischen Geldsorgen
oder der große Breakdance-Battle zum Abschluss der Serie. Die zwar
klischeehaft gezeichneten, aber dennoch authentischen Jugendlichen
machen ihre Sache gut - seien sie nun im Prater oder am Gürtel. Dass
die Coolen dabei in den von Migranten dominierten Außenbezirken
wohnen, ist sowieso klar - denn bei der Hauptverkehrsader ist es wie
bei der Hose: "Der Arsch ist immer innen."
Mörderanstrengende Zeit. Produziert wurde die Serie von Novotny&Novotny, der junge
Lokalmatador Erwa hat sich in den Folgen selbst in jeweils anderen
Statistenrollen verewigt. Für ihn war es "eine mörderanstrengende
Zeit", gab er im Schlussapplaus im Schubertkino zu, "aber ich denke,
es ist sehr schön geworden." Dass es bis zur Ausstrahlung länger
gedauert hat, deutete Mis an: Die Serie habe ihn "grauer gemacht in
den letzten zwei Jahren, aber auch reifer und glücklicher". Wer die
nie um einen Spruch verlegenen Jugendlichen übrigens im Fernsehen
verpasst, für den gibt es die Serie inklusive Making of auch bereits
als DVD.
Features
Fernsehtipp
"tschuschen:power" wird ab 30. März täglich um 17.20 Uhr auf ORF 1 gezeigt.
Zur Person
Mit neunzehn Jahren schreibt der Ortwein-Absolvent sein erstes Drehbuch "One by One - Eine Teenietragödie"
2001 realisiert er seinen ersten Kurzfilm "TRÜBE AUSS!CHTEN" und beginnt sein Studium an der Münchner Filmhochschule, das er im Februar 2007 abschließt.
2003 gründet Jakob M. Erwa gemeinsam mit der Schauspielerin Rachel Honegger die Filmproduktionsfirma mojo:pictures.
2007 realisiert Jakob M. Erwa zusammen mit Novotny & Novotny Filmproduktion seinen Abschlussfilm "HEILE WELT", für den er 2007 mit dem "Großen Diagonale-Preis" für den besten österreichischen Spielfilm 2006/07 und am "Filmfest Oldenburg" mit dem German Independence Award für den besten deutschen Film ausgezeichnet wird.
Jakob M. Erwa ist Mitglied des BVR - Bundesverband Regie.
Filmografie (Auswahl)
2008 tschuschen:power(TV-Mini-Serie, Regie und Co-Autor)
2007 Heile Welt / All the invisible things (Kino-Spielfilm, Regie und Drehbuch)
2005 Neun / Nine (Episodenfilm, neun Regisseure, Tragikömödie, Co-Regie und Co-Autor)
2004 Wie Schnee hinter Glas / Lies and letters (Kurzfilm, Regie und Drehbuch) Prädikat Wertvoll
2003 Märchenprinz / Little prince (Kurzfilm, Regie und Drehbuch) Prädikat Wertvoll










