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Zuletzt aktualisiert: 19.06.2007 um 12:55 Uhr

Shrek der Dritte

Ein königlich schräges Vergnügen und ein wildes Dauerfeuer amüsanter Seitenhiebe aus dem einzigartigen Shrek- Universum.

Shrek verabschiedet sich von seiner Fiona

Foto © UPIShrek verabschiedet sich von seiner Fiona

Das Leben eines Ogers ist wahrlich nicht leicht: Die erste Verliebtheit ist nach der Hochzeit mit Prinzessin Fiona vorbei, der Alltag im Königreich gewöhnungsbedürftig, und die seltsamen Klamotten wären im geliebten Sumpf, an den sich Shrek nostalgisch erinnert, auch nicht nötig. Dass Fiona unbedingt Kinder will und das Fantasie-Reich "Weit weit weg" nach dem Tod des Froschkönigs einen neuen Herrscher braucht, passt dem grünen Riesen im dritten Teil des beliebten Animationsspaßes so gar nicht ins Konzept. In "Shrek der Dritte" kämpft der Protagonist ab 21. Juni wieder mal mit nur allzu menschlichen Problemen.

Gags über Gags. Es erinnert an typische Screwball-Komödien des klassischen Hollywood, was da in den ersten Minuten über die Leinwand flimmert. Schnelle Schnitte, ein Gag nach dem anderen, technisch perfekt aufgelöst - binnen kürzester Zeit ziehen die DreamWorks-Artisten alle Register ihres Könnens. Dazu kommen mit Justin Timberlake und "Monty-Python"-Mitbegründer Eric Idle prestigeträchtige Stars, die (im englischsprachigen Original) zwei neuen Märchenfiguren ihre Stimmen leihen: König Arthur, auf Grund seiner Jugend noch als Taugenichts Artie unterwegs, und der Zauberer Merlin, ein esoterischer Psycho-Doktor mit Birkenstock-Sandalen.

Dünne Story. Die bewährte Romantik-Regie von Andrew Adamson wurde durch die manchmal recht brachiale bis überpointierte Inszenierung von Debütant Chris Miller abgelöst - nicht unbedingt zum Vorteil des Films. Die dünne Story - Shrek will nicht König werden und nimmt die Suche nach dem entfernten Cousin Artie als willkommene Ablenkung von innerfamiliären Problemen, während Prinz Charming mit den Ausgestoßenen der Märchengeschichte die Macht in "Weit weit weg" wieder an sich reißen will - dient als (moralisches) Behelfsmittel für wenig zusammenhängende Gags rund um Mythen, Märchen und Sagen. Das ist zwar hin und wieder sehr lustig (z.B. der Tod des Froschkönigs mit anschließendem "Live and let die"-Chor), hinterlässt aber doch einen etwas schalen Nachgeschmack.

Sehr erfolgreich. Die inhaltlichen Schwächen (inklusive jugendlichem Glaub-an-dich-Kino) hinderten "Shrek der Dritte" jedoch nicht daran, in den USA eine Rekordsumme von 122 Millionen Dollar (90,3 Mio. Euro) am Eröffnungswochenende einzuspielen. Das entspricht der höchsten Summe, die je ein Animationsfilm eingespielt hat, und der dritthöchsten Summe überhaupt. Kein Wunder, dass "Shrek 4" schon in den Startlöchern steht: Mit Regisseur Mike Mitchell ("Rent-A-Man") scheint man jedoch nicht unbedingt auf höheres Niveau, sondern verstärkt auf billigen Klamauk zu setzen. Das hat sich das liebenswerte grüne Monster eigentlich nicht verdient.


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