Shrek der Dritte
Ein königlich schräges Vergnügen und ein wildes Dauerfeuer amüsanter Seitenhiebe aus dem einzigartigen Shrek- Universum.

Foto © UPIShrek verabschiedet sich von seiner Fiona
Das Leben eines Ogers ist wahrlich nicht leicht: Die
erste Verliebtheit ist nach der Hochzeit mit Prinzessin Fiona vorbei,
der Alltag im Königreich gewöhnungsbedürftig, und die seltsamen
Klamotten wären im geliebten Sumpf, an den sich Shrek nostalgisch
erinnert, auch nicht nötig. Dass Fiona unbedingt Kinder will und das
Fantasie-Reich "Weit weit weg" nach dem Tod des Froschkönigs einen
neuen Herrscher braucht, passt dem grünen Riesen im dritten Teil des
beliebten Animationsspaßes so gar nicht ins Konzept. In "Shrek der
Dritte" kämpft der Protagonist ab 21. Juni wieder mal mit nur allzu
menschlichen Problemen.
Gags über Gags. Es erinnert an typische Screwball-Komödien des klassischen
Hollywood, was da in den ersten Minuten über die Leinwand flimmert.
Schnelle Schnitte, ein Gag nach dem anderen, technisch perfekt
aufgelöst - binnen kürzester Zeit ziehen die DreamWorks-Artisten alle
Register ihres Könnens. Dazu kommen mit Justin Timberlake und
"Monty-Python"-Mitbegründer Eric Idle prestigeträchtige Stars, die
(im englischsprachigen Original) zwei neuen Märchenfiguren ihre
Stimmen leihen: König Arthur, auf Grund seiner Jugend noch als
Taugenichts Artie unterwegs, und der Zauberer Merlin, ein
esoterischer Psycho-Doktor mit Birkenstock-Sandalen.
Dünne Story. Die bewährte Romantik-Regie von Andrew Adamson wurde durch die
manchmal recht brachiale bis überpointierte Inszenierung von Debütant
Chris Miller abgelöst - nicht unbedingt zum Vorteil des Films. Die
dünne Story - Shrek will nicht König werden und nimmt die Suche nach
dem entfernten Cousin Artie als willkommene Ablenkung von
innerfamiliären Problemen, während Prinz Charming mit den
Ausgestoßenen der Märchengeschichte die Macht in "Weit weit weg"
wieder an sich reißen will - dient als (moralisches) Behelfsmittel
für wenig zusammenhängende Gags rund um Mythen, Märchen und Sagen.
Das ist zwar hin und wieder sehr lustig (z.B. der Tod des
Froschkönigs mit anschließendem "Live and let die"-Chor), hinterlässt
aber doch einen etwas schalen Nachgeschmack.
Sehr erfolgreich. Die inhaltlichen Schwächen (inklusive jugendlichem
Glaub-an-dich-Kino) hinderten "Shrek der Dritte" jedoch nicht daran,
in den USA eine Rekordsumme von 122 Millionen Dollar (90,3 Mio. Euro)
am Eröffnungswochenende einzuspielen. Das entspricht der höchsten
Summe, die je ein Animationsfilm eingespielt hat, und der
dritthöchsten Summe überhaupt. Kein Wunder, dass "Shrek 4" schon in
den Startlöchern steht: Mit Regisseur Mike Mitchell ("Rent-A-Man")
scheint man jedoch nicht unbedingt auf höheres Niveau, sondern
verstärkt auf billigen Klamauk zu setzen. Das hat sich das
liebenswerte grüne Monster eigentlich nicht verdient.














