Little Children
Todd Fields vielschichtige Verhaltensstudie wirft einen schonungslosen Blick auf die Krisen des Seelenlebens.

Foto © Warner Bros.Kate Winslet und Patrick Wilson
Laut kreischend ziehen die Mütter ihre Kinder
aus dem belebten Schwimmbecken, das binnen weniger Minuten
schlagartig leergefegt ist. Die Ursache für diese Aufregung ist ein
Mittvierziger mit pädophilen Neigungen (Jackie Earle Haley), der
seelenruhig mit der Taucherbrille den Pool durchkreuzt, bis er von
der Polizei unter Gewaltandrohung aus dem Wasser beordert wird. In
seinem zweiten Kinofilm "Little Children" (ab 27. April im Kino)
entwirft der Oscar-nominierte amerikanische Autor und Regisseur Todd
Field ("In the Bedroom") ein zeitgenössisches Sittenbild der
klassischen Mittelstandsgesellschaft und bringt dabei genussvoll die
Doppelmoral hinter diesen pittoresken Fassaden zum Vorschein.
Öde Vorstadt-Tristesse. Misstrauisch beäugt wird in dem kleinen, amerikanischen
Ostküstenort auch eine junge Frau (Kate Winslet), die erst seit
kurzem mit ihrer kleinen Tochter (Sadie Goldstein), dort lebt. Zum
Entsetzen der anderen Mütter gelingt es ihr auf Anhieb, auf dem
Kinderspielplatz mit dem gut aussehenden Hausmann und Vater (Patrick
Wilson) ins Gespräch zu kommen, der dort nur unregelmäßig mit seinem
Sohn (Ty Simpkins) auftaucht.
Neu erzählt. Die Vorlage zu dieser vielschichtigen Vorstadtkomödie lieferte der
amerikanische Autor Tom Perrotta mit seinem gleichnamigen Roman. Bei
der Leinwandadaption dieses Stoffes verfolgten Field und Perrotta das
Ziel, einen Film zu kreieren, der unabhängig von der Vorlage für sich
alleine steht. Anstatt nur das Buch als Film zu reproduzieren,
begannen sie, die Geschichte noch einmal zu erzählen und dabei neue
Möglichkeiten für die Figuren und die Story zu entdecken. Produziert
wurde "Little Children" von Field in Zusammenarbeit mit Albert Berger
und Ron Yerxa, die mit ihrer gemeinsamen Firma Bona Fide Productions
für Kinoerfolge wie "Little Miss Sunshine" und "Unterwegs nach Cold
Mountain" verantwortlich zeichnen.













