Mäuseohren für Darth Vader
Walt Disney kauft die Filmfirma von George Lucas auf. Damit wechselt die Helden der Stars-Wars-Saga auf die bunte Seite der Macht und dienen künftig Mickey Maus Die Saga um Luke Skywalker, Darth Vader und Prinzessin Leia wird fortgesetzt.

Foto © FacebookMontagen wie diese machen derzeit im Netz die Runde
Kermit kann es kaum fassen. In Zukunft könnte er in der Disney-Kantine in Darth Vader über den Weg laufen. Ob der Jedi-Ritter aus dem Star-Wars-Imperium den grünen Muppet-Frosch dann auf die dunkle Seite der Macht ziehen kann? Vermutlich wird Mickey Maus dabei ein gehöriges Wort mitzureden haben, denn der schwarze Held aus der Krieg-der-Sterne-Saga dient bald dem Imperium der Lieblingsfigur von Walt Disney.
Es ist ein Paukenschlag in Hollywood: Disney kauft die Firma von Regisseur und Filmproduzent George Lucas und schmückt sich damit in Zukunft mit einem Studio, das eine der erfolgreichsten Filmreihen aller Zeiten hervorgebracht hat. Mit dem Kauf von Lucasfilm sichert sich Disney neben "Star Wars" auch die Lizenzrechte an "Indiana Jones".
Disney-Chef Bob Iger kündigte unmittelbar nach der Unterzeichnung eine Fortsetzung des erfolgreichen Fantasiespektakels um Luke Skywalker und Darth Vader an. Ab 2015 sollen mindestens drei neue "Star Wars"-Filme herauskommen. Bislang gibt es sechs Episoden, die bislang letzte Folge "Die Rache der Sith" stammt von 2005.
Lucas wird Disney-Berater
George Lucas hatte Pläne für neue Filme zuletzt dementiert. Zumindest will er Disney nun als Kreativberater zur Seite stehen. "Es ist nun an der Zeit, dass ich Star Wars an eine neue Generation von Filmemachern weiterreiche", sagte der 68-Jährige. Er wird mit einem Anteil von 2,2 Prozent größter Einzelaktionär von Disney, in den Verwaltungsrat will er aber nicht einziehen. "Ich wollte die Firma in ein größeres, Ganzes hinein geben, das es schützen kann", sagte Lucas. Disney sei das richtige neue Zuhause für die in San Francisco beheimatet Firma Lucasfilm.
Es ist der vierte große Coup der Walt Disney Company innerhalb von acht Jahren. 2004 kaufte der Unterhaltungsgigant aus Burbank bei Los Angeles die Rechte von Jim Henson's Muppets um Kermit und Miss Piggy - nur die Sesamstraßen-Figuren blieben in der Hand der Erben des 1990 gestorbenen Kinderfiguren-Erfinders Henson. Anfang 2006 hatte Disney sich den "Toy-Story"-Macher Pixar einverleibt, im Sommer 2009 übernahm Disney dann den Comicverlag Marvel. Zudem kaufte der Konzern auch die US-Fernsehsender ESPN und ABC.
Vier Milliarden Dollar lässt es sich Disney kosten, noch unabhängiger von Mickey Maus und Donald Duck zu werden. Experten begrüßten den Schritt. "Aus einer etablierten Gruppe von Dauerbrenner-Figuren und -Lizenzen wird ein Medienkonglomerat mit Vertriebsmöglichkeiten wie keine andere", sagte Analyst Brett Harriss. Disney kann bei "Star Wars" auch auf Lizenzgebühren aus dem Verkauf von Spielzeug von Herstellern wie Lego oder Hasbro bauen.
Das wichtigste aber für die Filmfans: Mit dem Verkauf sichert George Lucas Luke Skywalker, Darth Vader oder Prinzessin Leia das Weiterleben.













