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    Zuletzt aktualisiert: 16.10.2012 um 16:09 UhrKommentare

    Kaya Yanar: "Mein Humor soll verbinden"

    Star-Comedian Kaya Yanar zieht in seinem ersten Kinoabenteuer in den Kampf gegen Windmühlenflügel, High-Tech-Wohnwagen und vergiftete Tulpen.

    Foto ©

    2001 wurde Kaya Yanar mit seiner Comedy-Show "Was guckst Du?" zum Fernsehstar. Elf Jahre später wagt er sich an seinen ersten Kinofilm und bringt mit "Agent Ranjid" (Österreich-Start am Freitag) die beliebteste seiner Figuren auf die große Leinwand. Darin wird der indische Putzmann Ranjid durch eine Verkettung (un)glücklicher Umstände zum Superagenten und muss die Welt retten. Dabei hat er doch vor allem eine Sorge: Seine geliebte Kuh Benytha ist schwer krank und braucht eine teure Magen-Operation. Im Interview der Nachrichtenagentur dpa spricht der 39-jährige Yanar über die "Dienstleistung Comedy" und erklärt, warum er keine Witze über Österreicher machen kann.

    Warum ist ausgerechnet Ranjid die Hauptfigur Ihres ersten Kinofilms?

    Yanar: "Der Verleih wollte auf Nummer sicher gehen, wenn er da Millionen reinballert. Und da hat sich rausgestellt, dass Ranjid - nach Benytha, der Kuh - die beliebteste meiner Figuren ist. Viele Comedians haben den Sprung auf die Leinwand nicht richtig geschafft. Da ist es einfach die cleverste Strategie, so viele Figuren wie möglich reinzupacken - und dann natürlich die beliebtesten: Ranjid, Hakan, Sirtaki-Mann. Wir haben aber auch versucht, etwas Neues zu machen. Ranjids Mutter ist neu."

    Teilen Sie denn die Vorliebe des Publikums für Ranjid?

    Yanar: "Mir gefallen die Figuren am besten, die bei den Leuten auch ankommen. "Opus" müssen ja auch bei jedem Auftritt "Life is Life" singen, weil die Leute das eben erwarten. Ich spiele alle Figuren gerne in regelmäßigen Abständen und bin sehr froh, dass ich als Kaya Karriere gemacht habe, der in Rollen schlüpft. Wenn ich nur eine Kunstfigur hätte, wäre das nichts für mich."

    Und was wäre so schlimm daran, nur als Kaya berühmt zu sein?

    Yanar: "Es wäre dann schade, dass ich mich nicht austoben könnte. Ich habe eben eine komplexe Persönlichkeit. Klammer auf - Ich bin nicht ganz dicht - Klammer zu. Ich finde es toll, dass ich mich austoben kann. Das tut mir gut. Sonst müsste ich das in meinem Privatleben machen und die Leute noch mehr in den Wahnsinn treiben als ich das ohnehin schon tue."

    Können Sie sich noch daran erinnern, wie Ranjid in Ihr Leben getreten ist?

    Yanar: "Ranjid war immer präsent, denn es gab immer Inder in meinem Leben. Benytha ist ein indisches Mädchen, in das ich mich verknallt hatte mit 21 Jahren. Ich konnte aber nicht bei ihr landen, und darum habe ich später aus Rache die Kuh Benytha genannt. Die Liebe zum Akzent allgemein hatte ich schon immer, weil meine Eltern bis heute mit starkem Akzent sprechen. Und als die Ethno-Comedy-Welle langsam aufkam, habe ich mich draufgesetzt."

    Sie betonen immer wieder, dass es Ihnen wichtig ist, mit Ihrer Komik niemandem zu nahe zu treten. Wie stellen Sie das sicher?

    Yanar: "Intuition. Ich habe ein inneres Navigationssystem und bin manchmal vielleicht auch über-vorsichtig. Da bin ich total Old School und stelle mir vor, dass sich eine Familie mit drei Generationen den Film zusammen anschaut. Provokation und Beleidigungen sind inzwischen Mainstream geworden. Was früher politisch inkorrekt war, ist heute absolut korrekt. Darum ist es inzwischen schon eine ziemliche Herausforderung, eine Humor-Ebene zu finden, auf der sich keiner verletzt fühlt. Das ist schon fast Kunst geworden und dieser Kunst versuche ich, mich zu verschreiben. Ich möchte, dass mein Humor verbindet."

    Also befinden Sie sich inzwischen mit Ihrer Political Correctness in einer Nische?

    Yanar: "Das Angebot ist einfach unfassbar groß. Als ich angefangen habe, waren es Michael Mittermeier, Rüdiger Hoffmann und meine Wenigkeit, heute kennt man mindestens 20. Martin Rütter macht Hunde, Mario Barth macht Mann, Frau, Dieter Nuhr versucht den Spagat zwischen Comedy und Kabarett. Wir haben heute keine andere Möglichkeit, als die Dienstleistung Comedy zu spezialisieren. Comedians sind heute vielleicht insgesamt härter, weil sie sich so positionieren müssen, um überhaupt die Chance auf ein Publikum zu haben. Der Kuchen ist eigentlich schon aufgeteilt."

    Gibt es Kulturen, zu denen Sie keinen komödiantischen Zugang gefunden haben?

    Yanar: "Eigentlich nur die Kulturen, bei denen ich noch nicht persönlich vor Ort war. Und weil die Welt nun einmal riesig ist, gibt es da schon noch ein paar. Ich kann nichts über Chilenen oder Bolivianer machen, weil ich noch nicht da war. So blöd das klingt: Ich habe auch für Österreich noch kein Material. Ich toure da zwar oft und höre immer wieder von meinen österreichischen Fans, dass ich sie auch mal auf die Schippe nehmen soll. Aber ich habe es wirklich nicht geschafft, genug substanzielle Zeit in Österreich zu verbringen, um genügend Material zu sammeln. Dabei hätten sie es natürlich verdient."

    Sie machen kein politisches Kabarett, ist Ihre Comedy denn trotzdem politisch?

    Yanar: "Ja, absolut. In dem Moment, in dem ich als Deutsch-Türke auf die Bühne gehe, bin ich politisch. Egal, ob ich es thematisiere oder nicht. Vor fünf oder sechs Jahren habe ich mal gesagt, die vollendete Integration ist, wenn ich als Deutsch-Türke auf die Bühne gehen und das nicht mehr thematisiere. Das habe ich gemacht. Ich begründe und erkläre mich gar nicht mehr. Der Schritt ist erreicht, dass ich das nicht mehr machen muss."

    Hat sich Ihr Publikum im Laufe der Jahre verändert?

    Yanar: "Es verändert sich ständig. Als der Hype mit "Was guckst Du" losging, hatte ich ein wahnsinnig junges Teenie-Publikum, das schon zu grölen anfing, bevor ich überhaupt Gags gemacht hatte. Das war denen scheißegal, die haben einfach nur gekrischen. Und dieses Publikum bleibt nicht lange treu. Es kommt und geht mit dem Hype. Was ich aber beobachtet habe: Wenn man mit mir aufgewachsen ist, liebt man mich als 12-Jähriger und als 17-Jähriger findet man mich uncool, nur weil man mich als 12-Jähriger gemocht hat. Mit 25 kommen die dann wieder. Das habe ich alles durchgemacht mit meinen Fans. Momentan haben wir eine Phase erreicht, die man vielleicht mit einer längeren Beziehung vergleichen kann. Die Anfangseuphorie ist vielleicht nicht mehr so da, ich bin nicht mehr die heiße Affäre, sondern die Freundin, mit der man schon lange zusammen ist."


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