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Zuletzt aktualisiert: 20.07.2012 um 06:00 UhrKommentare

Geld gewonnen, Filmgröße verloren

TV-Drama "Hannas Entscheidung" war nicht steirisch genug. Gericht gibt Steirern recht: Der Produzent fällt um 150.000 Euro um. Sein Groll darüber schadet freilich dem Filmstandort.

"Hannas Entscheidung" mit den TV-Stars Neubauer und Schmölzer wurde in der Steiermark gedreht

Foto © ARD/DEGETO"Hannas Entscheidung" mit den TV-Stars Neubauer und Schmölzer wurde in der Steiermark gedreht

Fernsehstar Christine Neubauer räumte dafür den Darstellerpreis in Monte Carlo ab, der Streifen erhielt noch dazu den "Prize of the Red Cross": ein Traumergebnis für das in der Steiermark gedrehte Drama "Hannas Entscheidung" (ORF/ARD). Und eine weitere Trophäe für den heimischen Erfolgsproduzenten Veit Heiduschka. Zur Erinnerung: Er konnte heuer mit Michael Haneke über dessen zweite Goldene Palme jubeln.

Bloß will bei "Hannas Entscheidung" kein Jubel aufkommen. Im Gegenteil: Den handfesten Streit mit der steirischen "Cinestyria" um die aberkannte Filmförderung des Landes haben Heiduschka (Wega-Film) und seine Berliner Partnerin Regina Ziegler (Ziegler-Film) nun vor Gericht verloren. Die Produzenten verlieren nicht nur die zwischenzeitlich gebotenen 50.000 Euro, sie fallen vielmehr um die komplette Unterstützung (150.000 Euro) um. Und das, weil die Steiermark im Film nicht klar in Wort und Bild vorkommt. Dies sei aber die Bedingung für eine Unterstützung gewesen, betont man bei der "Cinestyria" in Graz. In Wien und Berlin hingegen ist man nachhaltig verärgert. Folge: Die Produzenten werden künftig einen weiten Bogen um die Grüne Mark machen. Und das Geschehene nicht verschweigen.

Unbekanntes Neustadt

Der Hintergrund: 2010 in Eisenerz und Stainz gedreht, ist aus den Schauplätzen von "Hannes Entscheidung" letztlich das fiktive "Neustadt" geworden. "Bücher werden geändert", spricht Heiduschka aus Erfahrung. Außerdem könne es bei derartiger Werbung im Film EU-rechtliche Schwierigkeiten geben. Überhaupt: Bei "Der Besuch der alten Dame" waren die steirischen Drehorte (Eisenerz, Graz) ebenso wenig genannt.

"Wir fördern keine Filme, die vorgeben, hier zu spielen. Sondern jene, die in der Steiermark spielen. Es geht ja um steirische Mittel", verweist Cinestyria-Geschäftsführer Enrico Jakob auf die Richtlinien. Man habe demnach völlig korrekt gehandelt, die Förderung annulliert - und vom Gericht recht bekommen.

"Uns sind Zeit und Geld zu wertvoll, um damit bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen", hakt Produzent Heiduschka den Fall "Hanna" ab. Kollegin Ziegler und er hätten vereinbart, nicht "mehr in die Steiermark zu kommen. Dem Risiko setzen wir uns nicht mehr aus. Ich kann nur warnen: Die Steiermark ist anders." Sollte es eine Fortsetzung des "Winzerkriegs" (2010 mit Uschi Glas in der Steiermark verfilmt) geben, dann "im Burgenland oder in Niederösterreich".

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