Die Kinoneuheiten der Woche
Für all jene, die laue Sommertage im Kino ausklingen lassen möchten, gibt es Madonnas zweites Werk "W.E.", die Seniorenkomödie "Und wenn wir alle zusammenziehen?", eine Dokumentation über die Zukunft der Arbeit und einen Gruselfilm, der in der verlassenen Stadt der Arbeiter des AKW Tschernobyl spielt.

Foto © StudioFilmszene aus "Und wenn wir alle zusammenziehen?"
W.E.
Als Musikerin hat Madonna in den vergangenen Jahrzehnten bereits
enorm viel erreicht. Doch die 53-Jährige will mehr sein als ein
Pop-Star und legt nun ihre zweite Arbeit als Regisseurin vor: In dem
Drama llustriert sie die Liebesgeschichte zwischen Edward VIII., dem
Onkel von Elizabeth II., und der US-Amerikanerin Wallis Simson. Diese
Liebe zwang den englischen König 1936 zur Abdankung. Parallel dazu
zeigt Madonna den von innerer Leere gezeichneten Alltag der New
Yorkerin Wally im Jahr 1998.
Und wenn wir alle zusammenziehen?
Fünf langjährige Freunde, mit den Herausforderungen des Alters
konfrontiert und von grundverschiedenem Naturell, gründen eine
Wohngemeinschaft. Jane Fonda spielt die selbstbewusste Jeanne, die
niemandem etwas von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit erzählt,
Pierre Richard ihren Mann Albert, dessen Demenz sich zusehends
verschlimmert, Claude Rich den sexuell aktiven Fotografen Claude, der
nach einem Herzinfarkt im Beisein einer Prostituierten von seinem
Sohn flugs ins Altersheim verfrachtet wird. Dass sich die rüstigen
Herrschaften das nicht gefallen lassen, versteht sich von selbst. Und
so zieht man im beschaulichen Pariser Vorort in das Haus der biederen
Annie und des Alt-Aktivisten Jean. Zur Unterstützung wird der junge
Student Dirk angeheuert, der - wie es der Zufall will - seine
Doktorarbeit über die Situation alter Menschen schreibt.
Work Hard - Play Hard
Der Dokumentarfilm wirft einen beunruhigenden Blick in die Zukunft
unserer Arbeitswelt. Betont modern designte Büros und Konferenzsäle
sollen vergessen machen, dass hier gearbeitet wird, aber auch, dass
der Mensch ein Individuum ist. Architektonische und psychologische
Strategien sollen so viel wie möglich aus der Resource Mensch
herausholen, um einen möglichst großen Gewinn zu erzielen.
Chernobyl Diaries
Extreme Tourism nennen sich Reisen in unheimliche oder gefährliche
Areale. In diesem Fall reist eine Studententruppe nach Prypjat, die
verlassene Stadt der Arbeiterschaft des AKW Tschernobyl. Nachdem die
Gruppe das menschenleere Gelände erkundet hat und wieder zurück
fahren will, finden sie ihren Wagen sabotiert. Auch ihr Führer kann
sich hierauf keinen rechten Reim machen. Die drückenden
Häuserschluchten scheinen doch nicht so verlassen, wie es zu Anfang
erschien.












