"Ai Weiwei - Never Sorry"
Ai Weiwei als großer Kommunikator: Er ist der berühmteste chinesische Künstler der Gegenwart. Die amerikanische Regisseurin Klayman hat den 55-Jährigen drei Jahre lang mit der Kamera begleitet.

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Ai Weiwei dürfte der weltweit bekannteste lebende Künstler sein, der vor allem durch sein bürgerrechtliches Engagement berühmt wurde. Drei Jahre lang hat ihn US-Regisseurin Alison Klayman mit der Kamera begleitet. Ihre Dokumentation endet mit der Freilassung des Chinesen nach 81-tägiger Haft im Vorjahr. Der Film beginnt mit Ai Weiweis Recherchen über die bei einem Erdbeben 2008 getöteten Kinder in der Provinz Sichuan. Mitschuld an den Toten war das billige Baumaterial. Immer wieder löscht die chinesische KP seine Interneteinträge: "Worte kann man löschen, die Fakten bleiben bestehen." Ein beeindruckendes Porträt des 54-Jährigen.
Ai Weiwei zu seiner Doku: "Ein erster Schritt, China zu verstehen"
Der Film ist nicht nur ein Porträt von Ai Weiwei als Künstler, Blogger und Bürgerrechtler, sondern entblößt auch das Unrecht im System. Er zeigt das andere Gesicht Chinas - abseits von Wirtschaftswunder und Propaganda. In einem Interview der dpa in Peking zeigt sich Ai Weiwei überzeugt, dass der Film zu einem besseren Verständnis von China beitragen wird.
dpa: Was halten Sie von dem Film?
Ai Weiwei: Ich denke, er reflektiert meine jüngste Arbeit und den Status quo in der chinesischen Gesellschaft, einschließlich des Rechtssystems und einiger negativer Aktivitäten der Behörden. Der Film ist sehr authentisch.
Dokumentiert er auch das gegenwärtige China?
Es ist schwer, eine Dokumentation zu finden, die ähnlich die zeitgenössische Kultur und das gegenwärtige Rechtssystem in China zeigt. Darüber hinaus reflektiert der Film einen unversöhnlichen Gegensatz zwischen Individuum und Gesellschaft.
Welches Bild von China kann der Zuschauer sehen?
Das Bild eines sich wandelnden Chinas. Die Menschen suchen weiter nach Freiheit, bürgerlichen Rechten und fordern die gegenwärtigen Behörden heraus.
Der Film begleitet Sie, während Sie das System herausfordern. Entblößt er damit Ungerechtigkeiten und das hässliche Gesicht eines diktatorischen Systems?
Der Film zeigt objektiv Schwierigkeiten, auf die eine Person, ein Künstler, in dieser Gesellschaft stößt. Es hängt aber von den Bemühungen dieser Person ab. Wer nichts tut, wird diese Probleme nicht erleben. Außerdem ist die Situation dieses Künstlers (Ai Weiwei) noch vergleichsweise gut, weil er die Aufmerksamkeit aus dem Inland und Ausland genießt. Er hat die Möglichkeit, seine Stimme zu erheben, was viele andere Leute nicht können. Was sie erleiden, kann viel schlimmer sein als das, was der Künstler durchgemacht hat. Aber niemand erfährt es. In diesem Punkt ist der Film ein außerordentliches Kunstwerk. Er zeigt ein anderes Gesicht Chinas durch die besonderen Erfahrungen eines Individuums - es ist nicht das Gesicht von Olympia, Weltausstellung oder Wirtschaftswachstum. Chinas Errungenschaften stützen sich vor allem auf das Leid vieler Menschen.













