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    Zuletzt aktualisiert: 13.03.2012 um 14:37 UhrKommentare

    Französische Philanthropie: "Der Schnee am Kilimandscharo"

    Gegen Wirtschaftskrise und Armut: Robert Guediguian erzählt die märchenhafte Geschichte des guten Schweißers Michel.

    Foto © Thimfilm

    Und wieder zieht es Regisseur Robert Guediguian in seine Heimatstadt Marseille. Vor der Kulisse des Industriehafens erzählt er die märchenhafte Geschichte des "guten" Schweißers Michel, der selbst im Angesicht von Jobverlust und Gewalt seine sozialistischen Ideale behält. Der Film "Der Schnee am Kilimandscharo" fügt sich beinahe nahtlos in Guediguians Reihe von Sozialdramen wie "Die Stadt frisst ihre Kinder" oder "Marius et Jeannette", die sich häufig mit benachteiligten Gruppen der Gesellschaft beschäftigen. Der Film, der mit dem Lux-Filmpreis des Europaparlaments ausgezeichnet wurde, kommt am Freitag in die österreichischen Kinos.

    "Der Schnee am Kilimandscharo" beginnt mit einem Opfer: Michel (Jean-Pierre Darroussin) ist Schweißer im Industriehafen von Marseille und hoch aktiver Gewerkschaftsvertreter. Eigentlich müsste er seinen Namen deshalb nicht in den Topf werfen, aus dem wirtschaftskrisenbedingt die Kündigungen gezogen werden. Als überzeugter Sozialist tut Michel es trotzdem und verliert prompt seinen Job. Dennoch ist Michel ein glücklicher Mensch: Er ist mit Marie-Claire (Ariane Ascaride) verheiratet, hat eine große Familie und ein Haus mit Balkon, auf dem er mit seiner Ehefrau gerne ein Glas Wein genießt. Zwischen Enkelkindern und Einkaufswägen gewöhnt er sich langsam an das Leben als Frührentner. Wer bei "Der Schnee am Kilimandscharo" an Hemingway denkt, liegt falsch - der Titel des Films referiert auf einen französischen Popsong.

    Protagonist Michel ist ein Mensch mit Idealen. Geprägt von Spiderman und Marx glaubt er an soziale Gerechtigkeit und das Gute in jedem Menschen - auch wenn er erkennen muss, dass er mit Balkon und Grillfest vielleicht selbst ein bisschen "bourgeois" geworden ist. Die Idylle aus Familienleben und Überzeugung wird jäh von einem Überfall unterbrochen: Maskierte Räuber dringen in das Haus ein, fesseln und schlagen Michel, seine Ehefrau und Freunde und nehmen nicht nur Bargeld und Kreditkarten mit, sondern auch das Geschenk zum Ehejubiläum - die Urlaubskasse für eine Reise zum Kilimandscharo. Michel reagiert mit Zorn und Rachegedanken, macht den Täter ausfindig und zeigt ihn an. An diesem Punkt wechselt Guediguian die Perspektive.

    Verschuldetes Unrecht

    Denn hinter der Maske des Räubers steckt der junge Christophe (Gregoire Leprince-Ringuet), ein ehemaliger Arbeitskollege Michels, der am selben Tag wie er entlassen wurde. Er kümmert sich alleine um seine zwei kleinen Brüder - das erbeutete Geld steckt er in die Miete und Nutellapalatschinken. Michel plagt jetzt das schlechte Gewissen, er zieht die Anzeige zurück. Doch es ist zu spät, das Verfahren läuft bereits und Christophe muss hinter Gitter. Um das verschuldete Unrecht wieder gut zu machen, kümmern sich Michel und Marie-Claire um die zwei Kleinen und genau diese gute Tat ist es, die am Ende Familie und Freunde wieder zusammenbringt.

    Guediguian war Mitglied der Kommunistischen Partei Frankreichs, auch heute noch bekennt er sich zu linken Idealen. Mit den Regisseuren Aki Kaurismäki und den Brüdern Dardenne teilt er sich nicht nur Sozialromantik und Themen; es verbindet sie auch eine persönliche Beziehung. Diese Einflüsse merkt man in "Der Schnee am Kilimandscharo" sehr deutlich. Potenzielle Konflikte werden ausgeblendet - vom Sozialamt weit und breit keine Spur, die Kinder ziehen ohne Rückfragen bei fremden Menschen ein - , aufgeworfene Konflikte wie die Eheprobleme der Tochter nicht weiter verfolgt. "Es ist nicht leicht, mit einem Helden verheiratet zu sein", sagt Marie-Claire im Laufe des Film.

    Sozialromantik

    Tatsächlich ist es schwer, die Sozialromantik des Regisseurs als Abbild der realen Welt zu verstehen und nicht als märchenhafte Fabel des guten Menschen. Aber zumindest 107 Minuten lang möchte man zusammen mit Guediguian rosarot sehen und daran glauben.


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