Brandneu: Die aktuellen Kinostarts
Kult-Regisseur Almodovar beleuchtet die dunkelsten Seiten des Menschen, "Apollo 18" liefert einen Thriller über eine geheime Mondlandung und "Twilight"-Star Taylor Lautner rennt in einem Teenie-Actionfilm um sein Leben.

Foto © www.eintickanders.deFilmszene aus "Ein Tick anders"
Atemlos - Gefährliche Wahrheit
Als Nathan Harper und seine Nachbarin Karen Lowell ein Schulprojekt über vermisste Kinder durchführen möchten, stoßen sie auf einen verblüffenden Fund: Nathan selbst ist bei den Fotos dabei. Doch damit nicht genug, werden kurz darauf seine scheinbaren Eltern von Auftragskillern umgebracht. Dem Jugendlichen bleibt nichts anderes übrig, als Hals über Kopf zu fliehen, inmitten der Wirren einer zwielichtigen Affäre der CIA und einer kriminellen Bande. Als er der Sache auf den Grund gehen will, deckt Nathan eine riesige Verschwörung auf. Der Thriller ist Taylor Lautners erstes großes Soloprojekt, in dem er sich die Rolle des Teenieschwarms nicht mit "Twilight"-Vampir Robert Pattinson teilen muss.
Wie ausgewechselt
Ob beim Thema Frau, Kinder oder Job - stets scheint Familienvater und Anwalt Dave auf einer Welle des Erfolgs zu schwimmen. Doch in der Komödie ist auch für ihn der sprichwörtliche Rasen des Nachbarn immer grüner: Er beneidet seinen besten Freund Mitch um dessen Partyleben als Single-Lebemann. Eines Nachts gestehen sich beide, dass sie gern mit dem anderen tauschen würden. Der unbedachte Wunsch im volltrunkenen Zustand geht dank überirdischer Kräfte in Erfüllung, und so finden sie sich am nächsten Morgen im Körper des anderen wieder. David Dobkins Body-Switch-Komödie setzt auf derbe Männerwitze, aber auch auf ein kuschelweiches Happy End.
Apollo 18
Im Jahr 1974, zwei Jahre nach dem letzten offiziellen bemannten NASA-Flug zum Mond mit der Raumfähre Apollo 17, machen sich die drei Astronauten Nathan Walker, John Grey und Benjamin Anderson auf den Weg zum Mond. Während ein Astronaut in der Mutterkapsel seine Runden dreht, entdeckt das Duo in der klaustrophobischen Landekapsel, dass es auf dem Mond Gesellschaft hat. Hat es eine außerirdische Intelligenz etwa auf sie abgesehen? Die NASA stellte klar, dass "Apollo 18" keine Dokumentation ist, auch wenn der graue Mondstaub und die alten Landekapseln täuschend echt aussehen.
Die Haut, in der ich wohne
Der Chirurg Robert Ledgard hält in seinem Landhaus die schöne Vera gefangen, die rund um die Uhr von ihm überwacht wird. Er verpflanzt ihr über Jahre eine von ihm entwickelte künstliche Haut, nachdem er die ihre sukzessive verbrannt und abgetragen hat. In einer für Pedro Almodovar typischen Verschachtelung an Rückblenden erhellt sich sukzessive das gesamte Panoptikum eines Psychopathen, der Rache nimmt am vermeintlichen Vergewaltiger seiner Tochter (Jan Cornet) und sich dabei als moderner Frankenstein geriert. So tief in die dunkelsten Seiten des Menschen hat Almodovar wohl noch nie geblickt wie in dem Psychothriller, der auf dem Roman des Franzosen Thierry Jonquet basiert.
Ein Tick anders
Die 16-jährige Eva leidet an dem Tourette-Syndrom. Die Familie geht recht locker damit um. Nur in der Öffentlichkeit, etwa wenn Eva zwanghaft und ungewollt einen Busfahrer beschimpft, wird es manchmal schwierig. Doch die fröhliche Jugendliche kommt auch damit zurecht. Als ihr Vater ankündigt, dass die Familie nach Berlin ziehen wird, versucht Eva alles, um ihre vertraute Welt nicht verlassen zu müssen. Das ist nur mit einer größeren Geldsumme möglich, also beschließt Eva, eine Bank zu überfallen. Regisseur Andi Rogenhagen, der auch das Drehbuch geschrieben hat, bietet geradezu ein Feuerwerk an lautem und leisem Humor auf, um die Geschichte voranzutreiben.
Dreiviertelmond
Der Nürnberger Taxifahrer Hartmut ist unsympathisch und unzugänglich. Als er die Türkin Gülen und ihre kleine Tochter Hayat vom Flughafen in die Stadt fährt, kann er sich einen fremdenfeindlichen Spruch nicht verkneifen. Und mehr als ungehalten reagiert er, als wenige Tage später nach einer Fahrt zu einem Krankenhaus plötzlich Hayat ganz allein auf ihn zustürmt und sich einfach auf die Rückbank seines Wagens setzt. So schnell wie möglich will Hartmut das Kind wieder loswerden. Regisseur Christian Zübert ("Die rote Zora", "Lammbock") schafft es, die Tragikomödie so witzig und anrührend zu erzählen, dass jede Rührseligkeit auf der Strecke bleibt.













