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Zuletzt aktualisiert: 14.01.2011 um 13:49 UhrKommentare

Golden Globes: Stirnrunzeln über Nominierungen

Hollywood steht die "Party des Jahres" bevor. Diesen Ruf genießt die Golden-Globe-Gala, die in der Nacht zum Montag in Beverly Hills über die Bühne geht. Ein zuverlässiger Oscar-Vorbote ist das Spektakel aber nicht mehr.

Gnadenlos verrissen: Johnny Depp und Angelina Jolie

Foto © APAGnadenlos verrissen: Johnny Depp und Angelina Jolie

"Es ist die beliebteste Trophäen-Show überhaupt", sagt Ricky Gervais, Gastgeber der 68. Golden-Globe-Gala, in einem Werbespot. Denn während der gesamten Feier dürften die Stars nach Lust und Laune trinken. Sonst wäre der Abend "verdammt unerträglich", grinst der Komiker.

Ein Testlauf

Seit Jahren sind die Globes der lockere Testlauf für den eher würdevollen Oscar, der erst Ende Februar in Hollywood seinen Auftritt hat. Auf dem Roten Teppich in Beverly Hills wird auch diesmal wieder ein Ansturm von Stars erwartet. Angelina Jolie, Johnny Depp, Nicole Kidman, Halle Berry, Natalie Portman, Jake Gyllenhaal, Colin Firth, Michael Douglas - sie alle sind für Preise nominiert.

Die zwei österreichischen Golden-Globes-Einreichungen für den besten fremdsprachigen Film haben es hingegen nicht auf die begehrte Liste der Nominierten geschafft. Sowohl "La Pivellina" von Rainer Frimmel und Tizza Covi als auch "Atem des Himmels" von Reinhold Bilgeri waren chancenlos. Der unter Beteiligung des ORF entstandene TV-Vierteiler "Die Säulen der Erde" nach einem Roman von Ken Follett ist hingegen als beste TV-Produktion im Rennen. Unter den Nominierungen für den besten Fernsehfilm bzw. die beste TV-Mini-Serie findet sich außerdem Olivier Assayas' Epos "Carlos - Der Schakal", in dem auch die österreichische Schauspielerin Nora von Waldstätten mitwirkt.

Gleich drei Gewinnchancen hat dagegen "The Tourist", das Hollywooddebüt des deutschen Oscar-Preisträgers Florian Henckel von Donnersmarck, der damit bei der Kritik allerdings durchgefallen war. Mit Depp und Jolie als beste Komödiendarsteller ist der Thriller in der Sparte "Komödie/Musical" nominiert. Dort könnte auch der deutsche Regisseur Robert Schwentke mit der US-Produktion "R.E.D - Härter, älter, besser" gewinnen. Mit Kopfschütteln nahm Hollywood die drei "Tourist"-Nominierungen des Verbands der Auslandpresse Mitte Dezember auf. Depp, dessen Auftritt als Jolie-Gefährte gnadenlos verrissen worden war, erhielt für "Alice im Wunderland" noch eine zweite Nennung. Das meisterhafte Western-Remake "True Grit" der Coen-Brüder, ein Publikumsrenner und Kritikerfavorit, ging bei den Globe-Nominierungen dagegen völlig leer aus.

Ramponierter Ruf

Galten die Globes zeitweise als ernstzunehmender Oscar-Vorbote, so ist dieser Ruf jetzt ramponiert. "Das ist doch wirklich ein Witz", lästerte der Filmkritiker der "Vancouver Sun" über den Filmpreis. Knapp 90 Mitglieder des Verbands der Auslandpresse, die kaum jemand kennt, bestimmen die Preisträger, verglichen mit knapp 6.000 Akademie-Juroren, die über die Oscars entscheiden. In den vergangenen fünf Jahren war "Slumdog Millionär" (2008) der einzige Globe-Gewinner in der Topkategorie, der dann auch bei den Oscars zum besten Film gekürt wurde. Im vorigen Jänner wurde James Camerons "Avatar - Aufbruch nach Pandora" als bester Film gefeiert, bei den Oscars siegte dann aber Kathryn Bigelow mit ihrem Irak-Kriegsdrama "The Hurt Locker".

Diesmal zieht das Historiendrama "The King's Speech" von Regisseur Tom Hooper mit sieben Nominierung als Globe-Favorit ins Rennen. Colin Firth ("A Single Man") glänzt mit der wohl besten Darstellung seiner Karriere als stotternder Royal und Vater der amtierenden britischen Königin Elizabeth II. Geoffrey Rush könnte für seine Nebenrolle als Sprachlehrer von König George VI. ebenfalls einen Globe bekommen. Je sechs Zuschläge gingen an David Finchers biografisches Drama "The Social Network" und an das Boxdrama "The Fighter" über zwei Brüder (Mark Wahlberg, Christian Bale) aus Amerikas Arbeitermilieu. Auf vier Globes dürfen Darren Aronofskys Psychothriller aus der Ballettszene "Black Swan" und Christopher Nolans Science-Fiction- Drama "Inception" mit Leonardo DiCaprio hoffen.


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APA

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