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Zuletzt aktualisiert: 12.01.2011 um 05:00 UhrKommentare

Im Kino geht die Schere auf

Das Volkskino Klagenfurt lädt am Freitag zur "Nacht der offenen Tür". Österreichweit wird so auf Anliegen der Programmkinos aufmerksam gemacht.

Zeigt sich bei der "Nacht der Programmkinos": "Tamara Drewe" von Stephen Fears

Foto © Montage: Pathe Films, FotoliaZeigt sich bei der "Nacht der Programmkinos": "Tamara Drewe" von Stephen Fears

Das Kino ist im Umbruch. Die zahlreichen Filme, die in 3D gedreht werden, sind dabei nur die sichtbare Spitze des Eisbergs. Hinter den Kulissen gibt es weit tiefer greifende Veränderungen. So wird in den USA diskutiert, ob das Kino als exklusive Erstauswertungsstätte der Vergangenheit angehören soll - auch bei Hollywood-Filmen gibt es seit Jahresbeginn gegen eine Gebühr von 500 Dollar versuchsweise die Möglichkeit, diese im Heim-"Kino" zu betrachten.

Und dann ist da noch die Digitalisierung. Diese hat viele Vorteile - etwa fallen die teuren Kopien weg -, aber auch einen entscheidenden Nachteil: Die Umstellung ist teuer (80.000 Euro pro Kinosaal) - und die Frage, wer sie bezahlen soll, ist ungeklärt. Und natürlich sind es vor allem die kleinen, nicht Hollywood-hörigen Kinos, die dadurch vor nahezu unlösbare Aufgaben gestellt werden.

Das ist einer der Punkte, an dem die neu gegründete "IG Programmkino", zu der in Kärnten das Klagenfurter Volkskino gehört, ansetzt. Und wo könnte sie besser auf ihre Anliegen aufmerksam machen als im Kino? Deshalb wird am 14. Jänner quer durch viele österreichische Programmkinos zu einer Art "Nacht der offenen Tür" geladen (siehe Infobox). Eine Idee, die eher spontan entstand, von den Kärntner Programmkino-Betreibern Bernhard Gutschier (Volkskino) und Elisabeth Grebenicek (Filmstudio Villach) aber begrüßt wird, um auf die eigenen Anliegen aufmerksam zu machen.

Nur mehr digital

Vor allem die Frage, bis wann die Digitalisierung unumgänglich wird, ist für die Kinos die große Unbekannte. Während Gutschier davon ausgeht, dass bis Jahresende viele Filme nur mehr digital verfügbar sein werden, sieht es Grebenicek entspannter: "Seit fünf Jahren heißt es schon, nächstes Jahr ist alles digital, bisher gibt es aber noch alle Filme als 35-Millimeter-Kopien." Sicher ist jedoch: Die Umstellung wird kommen, zu groß ist die Ersparnis für Produzenten und Verleiher.

Aber es geht der "IG Programmkinos" auch noch um ein weiteres Anliegen, die Erhöhung der Förderung. "Diese ist auf dem Stand von 1991, die Kosten haben sich in der Zeit teilweise verdreifacht", sagt Gutschier. "Die Schere geht immer weiter auf."

CHRISTIAN ZECHNER

Film ab!

"Nacht der Programmkinos". Freitag, 21 Uhr: Immer Drama um Tamara/ Tamara Drewe, OmU. 23 Uhr: Überraschungsfilm. Volkskino Klagenfurt. Der Eintritt ist frei.

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