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Zuletzt aktualisiert: 22.12.2010 um 15:18 UhrKommentare

"In ihren Augen"

Die fulminante Mischung aus Thriller und Love Story von Juan Jose Campanella zerstörte vergangenen Februar die Auslands-Oscar-Hoffung des österreichischen Regisseurs Michael Haneke.

Der Oscar-Sieger überzeugt

Foto © StudioDer Oscar-Sieger überzeugt

"El secreto de sus ojos" zerstörte vergangenen Februar in Los Angeles die Auslands-Oscar-Hoffnungen des Österreichers Michael Haneke. Am Samstag läuft der argentinische Oscar-Triumphator von Juan Jose Campanella unter dem deutschen Titel "In ihren Augen" in den österreichischen Kinos an. Und man muss neidlos anerkennen: Ein toller Film. "In ihren Augen", geschrieben von Campanella und Eduardo Sacheri, ist virtuos komponiert, hält die Spannung zwischen Melodram und Love Story, Thriller und Psycho-Studie, hat keine Scheu vor Emotionen und wartet mit ein paar überraschenden Wendungen sowie einem spektakulären Ende auf.

Zwei tragische Liebespaare

Zwei tragische Liebespaare stehen im Mittelpunkt des Films, der die Biografien seiner Protagonisten kunstvoll miteinander verflechtet. Zum einen sind da die attraktive Richterin Irene Hastings (Soledad Villamil) und der pensionierte Kriminalbeamte Benjamin Esposito (Ricardo Darin), die einander nach langer Zeit wiedersehen. Zum anderen gibt es da den Mann eines Mordopfers (Pablo Rago), der die Bluttat und die vorangegangene Vergewaltigung an der Liebe seines Lebens rächen möchte. Esposito hatte Mitte der 1970er Jahre den Fall trotz zahlreicher Querschüsse des Justizapparates und dank genauen Studiums alter Fotoalben des Opfers lösen können - und wird nun, bei der Arbeit an einem Buch über den außergewöhnlichen Fall, wieder mit den Erinnerungen von einst konfrontiert.

Für den 1959 in Buenos Aires geborenen Campanella, der seinen Lebensunterhalt u.a. als Episoden-Regisseur für die preisgekrönte US-Serie "30 Rock" verdiente, handelt sein Film weniger von Mord als von Liebe: "Eine Geschichte über die Liebe in ihrer reinsten Form. Eine Liebe, die bereits endet, bevor sie erst richtig erblühen konnte, ohne überhaupt Zeit zu haben, zu verblassen und abzusterben." Dass er diese Geschichte mit viel weniger Pathos als sein Statement vermuten ließe, erzählt, ohne Kitsch, dafür mit viel Spannung, einigem Witz und großartigen Schauspielern, ist der nicht geringe Verdienst dieses Films. Dass nebenbei einiges über die politischen Verhältnisse Argentiniens vor, während und nach der Militär-Diktatur erzählt wird, über den Sieg der Staatsräson über die Gerechtigkeit, über Intrigen und Unvermögen der Verfolgungsbehörden, ist ein Extra-Bonus, der den Streifen zusätzlich aufwertet.


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