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Zuletzt aktualisiert: 01.12.2010 um 13:31 UhrKommentare

"This Prison where I live" - Mittermeiers Kampf für Burma

Der deutsche Comedian auf den Spuren des von der Militärdiktatur inhaftierten Kollegen Zarganar. Der Film ist ein Plädoyer für die Kraft des Lachens und ein klares Statement gegen die Militärdiktatur in Burma.

Foto © Hoanzl

2007 brach die Safranrevolution in Burma los und wurde niedergeschossen. Vor wenigen Wochen endete der Hausarrest für Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Und nun kommt am Freitag (3. Dezember) mit "This Prison where I live" ein engagierter Dokumentarfilm in die heimischen Kinos, der sich der Militärjunta und ihren Auswirkungen auf die burmesische Gesellschaft widmet. Das Außergewöhnliche daran: Als einer der beiden Filmemacher hat sich Erfolgscomedien Michael Mittermeier inkognito nach Burma aufgemacht, um vollkommen gag-frei den Spuren eines Berufskollegen zu folgen, der zu einer Gefängnisstrafe von 59 Jahren verurteilt ist.

Ausgangspunkt des Films bildet ein Interview, das der britische Regisseur Rex Bloomstein im Jahr 2007 über zwei Tage lang mit dem erfolgreichsten Komödianten unter der Diktatur, Zarganar, in der einstigen Hauptstadt Rangoon geführt hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Komiker bereits fünf Jahre in Einzelhaft verbracht und war mit striktem Aufführungs-, Publikations- und Interviewverbot belegt.

Festgenommen und zu 35 Jahren verurteilt

Berührend der Ausflug des Teams mit Zarganar zu einem Theater seiner Freunde, auf dessen Bühne er nicht steigen darf, da von der Militärjunta mit Auftrittsverbot belegt. Aber an den Rand der geliebten Bretter darf er gehen - einer der raren Momente, in dem man, nach westlicher Mimik zu urteilen, das Leid in Zarganars Gesichts geschrieben sieht. Ansonsten zeigt sich Zarganar - ein Künstlername, der "Pinzette" bedeutet und sich auf das burmesische Sprichwort "Wenn nötig, so nimm die Angst mit der Pinzette weg" bezieht - als fröhlicher, in sich ruhender Künstler, der für die Freiheit seiner Gesellschaft zu kämpfen bereit ist. "Mein Feind muss mein Freund sein", zeigt er sich dem verdutzten Interviewer gegenüber weise.

Als Zarganar im Zuge der Nachwehen der Safranrevolution erneut festgenommen und im Oktober 2008 zu 59 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, entschloss sich Bloomstein, einen Dokumentarfilm über den im Westen unbekannten Comedien zu erstellen. Als Partner fand er Mittermeier - für den das Engagement nahelag. Dem Klischee nach könne es keinen Comedian in Deutschland und keinen in Burma geben - das verbinde, so Mittermeier im Film. Grundsätzlich sei das Engagement und der Mut des 1961 als Maung Thura geborenen Zargarnar jedoch die große Inspiration gewesen. "Ein besseres Vorbild kann man sich als Künstler nicht wünschen", so Mittermeier.

Und so wird die Reise des kleinen Teams in die Diktatur ein Versuch gegen das allgemeine Vergessen. Mittermeier, Bloomstein und ihr Kameramann besuchen die leere Wohnung des inhaftierten Kollegen und versuchen schließlich, sich dem Myitkyina-Gefängnis, in dem Zarganar seine Strafe absitzen muss, zu nähern. Einerseits bringen sich die Filmemacher dabei selbst in Gefahr, andererseits will sich nach Drohungen der Behörden niemand vor Ort mit ihnen unterhalten. So wird der Film über weite Strecke weniger zum Film über ein Land unter der Diktatur, als zur Dokumentation, wie sich Westler in einer ihnen fremden Diktatur fühlen und verhalten - und zugleich zum Plädoyer für die Kraft des Lachens.


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