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Zuletzt aktualisiert: 17.11.2010 um 10:29 UhrKommentare

Der vorletzte Potter - "Die Heiligtümer des Todes"

Ein vorletztes Mal noch Zittern mit den Zauberschülern von Hogwarts. Am 18. November startet der erste von zwei Teilen von "Die Heiligtümer des Todes" in Österreich.

Daniel Radcliffe - Held einer Generation von Fantasy-Fans

Foto © APDaniel Radcliffe - Held einer Generation von Fantasy-Fans

Es ist ein deprimierender, gruseliger und dunkler Vorgeschmack auf das große Finale: Im ersten Film-Teil von "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes", dem siebenten und letzten Werk von Joanne K. Rowling, zeichnet sich eine düstere Welt ab, in der Jungmagier Harry und seine Freunde zu Gejagten werden. Zehn Jahre Filmgeschichte werden es sein, wenn die endgültige Konfrontation zwischen Gut und Böse im Sommer 2011 über die Leinwand flimmert - der Handlung (und vermutlich der Vermarktung) zuliebe wurde der letzte Band in zwei Filme aufgeteilt. Der erste wird ab Donnerstag (18.11.) vor allem hartgesottene Potter-Fans in die österreichischen Kinos locken, die den jungen Helden bei seinen letzten Schritten begleiten wollen.

"Es sind dunkle Zeiten", wendet sich der Zaubereiminister Rufus Scrimgeour (Bill Nighy) an seine Mitarbeiter - und an das Kinopublikum. Er behält recht, denn wenig später ist er tot. So wie viele andere geliebte Romanfiguren, die im Laufe des letzten Teils dem scheinbar unbesiegbaren Lord Voldemort (Ralph Fiennes) und seinen Schergen zum Opfer fallen. Voldemort hat sowohl das Zaubereiministerium als auch die Hogwarts-Schule an sich gerissen, verbreitet Angst und Schrecken in der sonst so friedlichen Welt der Zauberer. Sein Ziel: "die perfekte, Blut-reine Gesellschaft". All jene, die keine reinen Magier sind, sondern von Muggeln (also normalen Menschen) abstammen, werden getötet. Andersdenkende werden unterdrückt und terrorisiert.

Der Böseste der Bösen

Hinter Voldemort haben sich die Bösesten aller Bösen versammelt: es gibt ein Wiedersehen mit dem undurchschaubaren Severus Snape (Alan Rickman), der skurrilen und bluthungrigen Bellatrix (Helena Bonham Carter) und dem Nachwuchs-Bösewicht Draco Malfoy (Tom Felton). Nur einer könnte ihnen gefährlich werden: Harry Potter (Daniel Radcliffe), der einst in jenem Kampf, den seine Eltern gegen Voldemort führten, überlebte. Prompt werden Todesser - schwarze, durch die Luft zischende Rauchschwaden - losgeschickt, Harry zu finden. Der ist fortan nirgendwo mehr sicher und begibt sich mit seinen Freunden der ersten Stunde, Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) auf eine monatelange Reise, um die Unsterblichkeit Voldemorts zu ergründen - und sie zu zerstören.

Erstmals fernab der Geborgenheit bietenden Zauberschule Hogwarts und ohne Unterstützung erwachsener Magier (dafür mit der Hilfe hässlicher Elfen) machen sie sich auf die Suche nach Voldemorts Horkruxen - kleinen, Unsterblichkeit verleihenden Amuletten, die auch zwischen den drei Freunden böse Luft verbreiten. Und dann stoßen sie auch noch auf die Legende der Heiligtümer des Todes, die Voldemort endgültig unbesiegbar machen könnten. Die Zeit läuft den Dreien davon - und der Film endet mit dem Höhepunkt von Voldemorts Macht. Kaum vorstellbar, wie das süße Magier-Trio noch vor wenigen Jahren den Umgang mit dem Zauberstab erlernte und mit schwarzer Magie nur in Schulbüchern in Berührung kam.

Charaktere sind mit den Schauspielern erwachsen geworden

Harry, Hermine und Ron sind ebenso wie die Schauspieler, die sie darstellen, erwachsen geworden. Eifersucht und Misstrauen bedrohen die Loyalität, wachsende Gefahren die heile Welt. Und auch die Potter-Fans sind schon groß. 1997 erschien der erste Roman, die Fans der ersten Stunde sind heute größtenteils in ihren Zwanzigern. Das ist gut, denn für Kinder ist dieser Film nichts. Da füllt ein Schlangenmaul die Leinwand aus, der tote Dumbledore (Ian McKellen) ersteht im Staubwirbel auf und springt dem Zuschauer bedrohlich entgegen. Inmitten all der Leichen und übernatürlichen Erscheinungen stellen wohl die Referenzen zum Nationalsozialismus das Furchterregendste dar. In SS-Mänteln schreiten Voldemorts Handlanger zur Tat, wie am Fließband drucken Mitarbeiter Propaganda-Hefte, der von "Muggle" abstammenden Hermine wird brutal "badblood" in den Arm geritzt.

Zwischen beeindruckenden Magiewelten und effektiven Schreckensmomenten hat "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes" jedoch seine Längen. Ein "kribbeliges Road-Movie" nennt Regisseur David Yates, der auch schon für den fünften und sechsten Film verantwortlich zeichnete, den ersten Teil, "weniger ruhig und viel spektakulärer" soll das Finale werden. Tatsächlich wird während der zweieinhalb Stunden zu viel geredet, zu viel Angst gehabt und zu viel in Zauberbüchern geschmökert, wenn auch vor stetig wechselnden, visuell beeindruckenden Landschaften. Für Potter-Fans ist es das langsame Herantasten an die Hintergründe Voldemorts - für alle anderen ein langgezogener, gut vermarkteter Teaser auf das eigentlich sehenswerte Finale.


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