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Zuletzt aktualisiert: 06.10.2010 um 16:47 UhrKommentare

"Wie durch ein Wunder": Ein Teenie-Star wird erwachsen

Lange wurde Zac Efron als Teenie-Idol abgetan, in "Wie durch ein Wunder" beweist er nun aber schauspielerisches Talent.

Foto © UPI

Wenn Kinderstars und Teenie-Idole erwachsen werden, stehen sie oft vor einem großen Problem: Wenn sie weiter als Schauspieler arbeiten wollen, müssen sie irgendwann auch erwachsene Rollen spielen. Viele schaffen den Sprung ins ernsthafte Fach nicht. Macaulay Culkin beispielsweise blieb für immer "Kevin - Allein zu Haus" und zuletzt scheiterte Megastar Miley Cyrus ("Hannah Montana") bei ihrem Versuch, in einem Drama zu glänzen - ihr Film "Mit Dir an meiner Seite" wurde von der Kritik verrissen. Zac Efron dagegen beweist in seinem neuen Film, dass er nicht nur gut aussehen kann, sondern wirklich Talent hat. Den rührseligen Film "Wie durch ein Wunder" (Österreich-Filmstart am Freitag) kann sein starker Auftritt aber nicht retten.

Der Schwarm vieler jungen Mädchen zwischen 11 und 19, der als singender Basketballer in den "High School Musical"-Filmen weltberühmt wurde, hat sich an einer dramatischen Rolle versucht - und die Herausforderung gemeistert. Er spielt er den jungen Charlie St. Cloud, der seinen kleinen Bruder Sam (Charlie Tahan) auf tragische Weise bei einem schweren Autounfall verliert, bei dem auch er selbst lebensgefährlich verletzt wird.

Weil er Sam vor dessen Tod versprochen hatte, immer für ihn da zu sein, bleibt er ihm auf wundersame Weise verbunden und kann seinen Geist auch nach dem Tod noch sehen. Jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang trifft er seinen toten Bruder im Wald. Während seine Mutter Claire (Kim Basinger gibt sich in einem Kurzauftritt die Ehre) wegzieht und ein neues Leben beginnt, gibt Charlie seine Studien- Pläne und sein großes Hobby, das Segeln, auf, wird Friedhofswärter und von seiner Stadt als Eigenbrötler abgestempelt. Als er sich aber in die schöne Tess (Amanda Crew) verliebt, muss er sich entscheiden, ob er sein Leben nicht doch wieder in die Hand nehmen will.

Efron zeigt in seiner Rolle ein schauspielerisches Talent, das ihm so wahrscheinlich nur die wenigsten zugetraut hätten. Zwar stellte er seine Fähigkeiten schon an der Seite von Claire Danes in dem Film "Ich und Orson Welles" unter Beweis, sein Image als Sunnyboy, der Mädchenherzen höherschlagen lässt, haftet ihm aber an wie Kaugummi.

Völlig zu Unrecht, wie sein neuer Film zeigt. Denn Efron kann mehr als nur süß lächeln, seine blauen Augen strahlen lassen und seinen durchtrainierten Körper zeigen. Und dafür hat er gekämpft: "Ich wusste, dass ich für diesen Film hart arbeiten muss und dass eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich platt aufs Gesicht falle", erzählte Efron im Interview. "Ich war schon lange auf der Suche nach einer dramatischen Rolle."

Schade nur, dass sein wirklich starker Auftritt hinter einer rührseligen und überzogenen Geschichte verblasst. Der Film "Wie durch ein Wunder" von Regisseur Burr Steers, mit dem Efron schon für die Komödie "17 Again" zusammen gearbeitet hat, basiert auf dem gleichnamigen Buch von Ben Sherwood und schrammt nach einem guten Start haarscharf entlang an der Grenze zum unrealistischen und teilweise schwer zu ertragenen Kitsch. Spätestens als Charlie und Tess zwischen Grabsteinen den Liebesakt vollziehen ist diese Grenze allerdings überschritten. Doch Efron fängt ja gerade erst an. Er selbst sagt: "Bis jetzt habe ich nur gerade die Oberfläche dessen angekratzt, was es heißt, ein guter Schauspieler zu sein."


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